Gute Arbeitsmarktdaten

Weniger Langzeitarbeitslose in Bonn und der Region

Fensterputzer auf einer Hebebühne: Die Arbeitslosigkeit ging im Dezember zurück, für einen Wintermonat ungewöhnlich.

Fensterputzer auf einer Hebebühne: Die Arbeitslosigkeit ging im Dezember zurück, für einen Wintermonat ungewöhnlich.

Bonn. Im Raum Bonn/Rhein-Sieg ist die Zahl der Menschen ohne Job gegenüber dem Vormonat gesunken. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit geht zurück.

Das gibt es nur selten: Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der Region hat sich auch im Dezember fortgesetzt. Im Einzugsbereich der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 385 auf 25.132 Personen. Normalerweise steigt die Zahl der Arbeitslosen im Dezember an. Bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber November leicht an.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der Arbeitslosen in der Region um 1610 Personen. „Mit 5,1 Prozent liegt die Arbeitslosenquote damit erneut 0,4 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr“, sagt Manfred Kusserow, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. Im November hatte die Quote bei 5,2 Prozent gelegen. Wie in den Vormonaten sei die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung deutlich gesunken. „Dabei schrumpfte insbesondere wieder die Gruppe der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vorjahr, diesmal um elf Prozent“, erläuterte Kusserow. Prognosen der Bundesagentur für Arbeit gehen auch für 2019 von einer positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt aus.

Schwerbehinderte profitieren nicht

Schwerbehinderte profitierten nicht von der besseren Lage am Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren mit 2219 rund 5,9 Prozent mehr Schwerbehinderte arbeitslos. Neben den Langzeitarbeitslosen sank die Arbeitslosigkeit bei Frauen mit einem Rückgang um sieben Prozent am stärksten.

Die Unterbeschäftigung, die einen ausführlicheren Wert liefert, da auch Menschen in Fortbildung und Existenzgründer erfasst werden, stieg im Vergleich zum November um 128 Personen (plus 0,4 Prozent) an, gegenüber dem Vorjahresmonat sank sie jedoch um 900 Personen (minus 2,5 Prozent).

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember auf den niedrigsten Monatswert seit 1991 gefallen. Es waren rund 2,21 Millionen Menschen ohne Job, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat waren das vor allem witterungsbedingt rund 23.000 Jobsucher mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Erwerbslosen hingegen um 175.000 zurück. Die Arbeitslosenquote nahm zwischen November und Dezember um 0,1 Punkte auf 4,9 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie bei 5,3 Prozent gelegen.

Arbeitslosigkeit in NRW auf Niveau des Vormonats

Die Arbeitslosenquote blieb im Dezember in Nordrhein-Westfalen mit 6,4 Prozent auf dem Niveau des Vormonats. Damit lag sie um 0,6 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt sank die Zahl der Arbeitslosen um rund 2500 auf knapp 615.000, wie die Regionaldirektion NRW der Arbeitsagentur am Freitag mitteilte. „Im Dezember hat sich der Arbeitsmarkt weiter von seiner guten Seite gezeigt“, sagte die Vorsitzende der Regionaldirektion NRW, Christiane Schönefeld. Es sei erst das vierte Mal seit 1980, dass in NRW zum Winterstart die Zahl der Beschäftigungssuchenden zurückgehe, berichtete Schönefeld.

„Worüber wir uns besonders freuen, ist die niedrige Jugendarbeitslosigkeit“, betonte Schönefeld. Während die Zahl der Arbeitslosen insgesamt 2018 im Jahresdurchschnitt um 7,2 Prozent zurückging, sank die Jugendarbeitslosigkeit um elf Prozent.

Auch mit Blick auf das Gesamtjahr zeigte sich die Bundesagentur in Nürnberg positiv gestimmt: Erfreulich seien besonders der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit und die Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen, sagte Vorstandschef Detlef Scheele. Dies sei auch der positiven konjunkturellen Entwicklung geschuldet. Ähnlich wird die Jahresbilanz für die Region lauten. Sie wird am kommenden Donnerstag vorgestellt. (mit dpa)