Bonner Solarworld will Opel retten

Widersprüchliche Reaktionen bei General Motors auf Asbecks Pläne

Bonn/Berlin/Washington. Der Bonner Solartechnikhersteller Solarworld hat sich in die mögliche Rettung des Autoherstellers Opel eingeschaltet und überraschend ein Übernahmeangebot für die deutschen Opel-Standorte angekündigt.

Solarworld-Chef Frank H. Asbeck sondierte dazu am Mittwoch in Berlin für eine politische Unterstützung seines Übernahmeplans. Asbeck sagte dem General-Anzeiger, "die Politiker, mit denen wir uns getroffen haben, haben uns ihre volle Unterstützung versichert". Asbeck wollte nicht sagen, ob und in welchen Bundesministerien er wegen seiner Übernahmepläne vorgesprochen habe.

Er verwies darauf, dass er mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) in Kontakt sei. Ein ranghoher GM-Mitarbeiter in Detroit sagte dem GA, der Konzern stehe der Möglichkeit einer Übernahme "prinzipiell aufgeschlossen gegenüber". Hingegen hieß es offiziell, Opel stehe nicht zum Verkauf.

Asbeck sagte, zu eigenen Barmitteln von 250 Millionen Euro kämen nochmals "Banklinien von 750 Millionen Euro vorbehaltlich einer Bundesbürgschaft". Asbeck sagte dem GA weiter, er erwarte für eine Übernahme eine "Mitgift" der US-Mutter General Motors in Höhe von jeweils 40 000 Euro für jeden der 25 600 Opel-Mitarbeiter in Deutschland.

Das Geld würde dann direkt von GM in die Opel GmbH fließen. "Mit dieser Forderung hat sich das Angebot erledigt", sagte dazu der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer dem GA. "Dann ist das nichts als ein Aprilscherz."

Grundsätzlich hält aber auch er eine Herauslösung der deutschen Standorte aus dem Konzern für sinnvoll: "Seit Jahrzehnten ist General Motors auf der Suche nach dem richtigen Weg", erklärte Dudenhöffer.

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