Unternehmensgründungen

Ausländische Investoren suchen deutsche Start-ups

Nachholbedarf: "Es gibt in der Biotechnologiebranche zu wenig Ausgründungen", sagt Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds.

Nachholbedarf: "Es gibt in der Biotechnologiebranche zu wenig Ausgründungen", sagt Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds.

Bonn. High-Tech Gründerfonds bringt in Bonn Geldgeber und Unternehmer zusammen. Seit 2005 hat der Fonds in mehr als 400 Unternehmen aus der High-Tech-Branche investiert.

Molekularbiologe Andreas Schmidt hat den Weg geschafft: Heraus aus dem Forschungslabor hinein in die freie Wirtschaft. Vor gut sechs Jahren gründete er mit einem Partner in Köln die Firma Ayoxxa. Mittlerweile ist das junge Biotechnologie-Unternehmen auch mit Standorten in Singapur und in den USA vertreten. Die Kölner haben eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, unterschiedliche Proteine simultan zu analysieren. Diese neuartigen Biochips finden Anwendung in pharmakologischen Tests und in der biomedizinischen Forschung.

Einer der Investoren, die schon früh an die Geschäftsidee der Kölner Unternehmensgründer glaubten, ist der High-Tech Gründerfonds (HTGF) aus Bonn. An dem Fonds sind neben dem Bundesministerium für Wirtschaft und der staatlichen KfW Bankengruppe 18 Unternehmen, unter anderem Post und Telekom, Bayer, Metro und Lanxess, beteiligt. Seit 2005 hat der Fonds in mehr als 400 Unternehmen aus der High-Tech-Branche investiert. Neben einem eigenen Fondsvolumen von 576 Millionen Euro in zwei Fonds wurden bislang etwa eine Milliarde Euro externes Kapital in 900 Folgefinanzierungsrunden investiert. Anteile an 58 Unternehmen wurden bereits erfolgreich verkauft. Für den nächsten Fonds mit einem Volumen von rund 300 Millionen Euro beginnt in Kürze die Geldgebersuche.

Ayoxxa befindet sich noch immer im HTGF-Portfolio. Für Fonds und Unternehmen war es bislang eine erfolgreiche Partnerschaft. „Die beste Technologie ist ohne Kontakte nichts wert“, sagt Ayoxxa-Gründer Schmidt. Und für Kontakte sorgte der Gründerfonds. Wie gestern auch, wo die Bonner rund 1000 Firmengründer und Investoren im Kameha-Hotel zum Family Day zusammenbrachte. „Wir sorgen für das Spielfeld, zusammenspielen müssen die anderen“, sagte HTGF-Geschäftsführer Michael Brandkamp: „Nie waren deutsche Start-ups für ausländische Investoren attraktiver.“ Die Zahl der Investitionen befänden sich auf Rekordhöhe. In keinem anderen EU-Land seien beispielsweise chinesische Investoren so aktiv wie in Deutschland.

Einer von ihnen ist der Bioinformatiker Alex Liu, Chef des Sino-German-High-Tech Fund (SGHF). Der Fonds, der unterstützt wird von der chinesischen Investmentbank Donghai Securities, will deutsche Start-ups finanziell unterstützen und ihnen helfen, auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. „Wir sind bislang an zwei deutschen Firmen beteiligt und suchen weitere Einstiegsmöglichkeiten“, sagte Liu gestern.