Parkraum-Not in Städten

Aldi Nord stellt Öffnung der Kundenparkplätze in Aussicht

Ein Auto fährt von einem Parkplatz des Discounters Aldi Süd weg. Aldi Nord hat sich offen gezeigt, seine Kundenparkplätze unter Umständen für Anwohner zu öffnen.

Ein Auto fährt von einem Parkplatz des Discounters Aldi Süd weg. Aldi Nord hat sich offen gezeigt, seine Kundenparkplätze unter Umständen für Anwohner zu öffnen.

Düsseldorf. Die Suche nach einem Parkplatz wird in Großstädten zu einem immer größeren Ärgernis für die Anwohner. Kommunen diskutieren Lösungen für den wachsenden Autoverkehr. Auch die Rettungsdienste haben Probleme.

Die Suche nach einem Parkplatz wird in Großstädten zu einem immer größeren Ärgernis für die Anwohner. Die Folge der Parkraumnot ist, dass die Städte über Alternativen nachdenken. „Dazu gehört die Idee, Parkhäuser und Parkplätze großer Discounter während der Nachtzeit für Anwohner zu öffnen“, sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städtetags NRW, unserer Redaktion. „Da die Städte auf Privatgrund keine Parkanordnung treffen können, sind dafür aber intensive Verhandlungen und privatwirtschaftliche Vereinbarungen nötig.“

Die Düsseldorfer Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke würde es begrüßen, wenn dieses Vorhaben umgesetzt werden könnte. „Darüber hinaus wäre es aus meiner Sicht toll, wenn Supermärkte oder Parkhausbetreiber auch Bereiche für Pendler, Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder gebündelte Serviceeinrichtungen zur Verfügung stellen würden“, sagte Zuschke.

Bei Aldi Nord zeigt man sich grundsätzlich gesprächsbereit, was die Öffnung der Kundenparkplätze für Anwohner betrifft. „Wir sind dafür offen. Die Kommunen, die das wollen, müssen auf uns zukommen und uns entsprechende Vorschläge machen, wie das in der Praxis umzusetzen ist“, sagte ein Sprecher des Discounters. „Für uns zählt aber in erster Linie, dass die Kundenparkplätze während der Öffnungszeiten nicht von anderen belegt werden. Das muss sichergestellt werden“, betonte der Sprecher.

41 Stunden im Jahr auf der Suche nach einem Parkplatz

Im bundesweiten Durchschnitt verbringen deutsche Autofahrer 41 Stunden im Jahr damit, einen Parkplatz für ihren Wagen zu finden. Viele NRW-Städte liegen deutlich über diesem Wert, heißt es im Parkplatzreport für das Jahr 2017, der sich auf Daten des Verkehrslagedienstes Inrix stützt. Demnach dauert die Parkplatzsuche in Essen jährlich 64 Stunden, in Düsseldorf 61, in Köln 60 und in Dortmund 56 Stunden. Bundesweiter Spitzenreiter ist Frankfurt mit 65 Stunden. Die Suche ist nicht nur lästig und zeitintensiv, sondern laut Studie auch teuer. So kostet der zusätzliche Benzinverbrauch mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr.

Wegen fehlender Stellplätze wird häufig falsch geparkt – oft in zweiter Reihe. „Dadurch haben Feuerwehr und Rettungsdienst ständig mit zugestellten Straßen, Kreuzungen und Feuerwehrzufahrten zu kämpfen“, so ein Sprecher der Stadt Bonn. Das bestätigt auch ein Feuerwehrsprecher: „Wir kommen manchmal mit unseren Fahrzeugen nicht durch Straßen, weil dort gesetzeswidrig geparkt worden ist.“ Schlimmstenfalls koste das Menschenleben.

Laut Städtetag bemühen sich die Kommunen intensiv um den Ausbau des Bahn- und Busnetzes sowie des Fußgänger- und Radverkehrs. Denn vielerorts sei der Straßenraum bereits zu 100 Prozent ausgelastet mit der Folge einer erhöhten Unfallgefahr, sagte Dedy. „Die Planung und Umsetzung solcher Maßnahmen verzögert sich allerdings häufig wegen langwieriger Abstimmungsprozesse und sich ändernder Gesetzeslagen.“