Polizei tappt im Dunkeln

Wieder Bus in Koblenz beschossen

Koblenz.  Mit Schüssen auf Linienbusse sorgt ein Unbekannter in Koblenz seit Wochen für Angst. Nun hat er erneut zugeschlagen. Die Polizei sucht deshalb eine Zeugin - mit Hilfe von Jugendlichen, die den Aufruf in sozialen Netzwerken verbreiten sollen.
Erneut hat ein Heckenschütze auf einen Linienbus in Koblenz geschossen, die Polizei tappt allerdings auf der Suche nach dem Unbekannten noch im Dunkeln.
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Erneut hat ein Heckenschütze auf einen Linienbus in Koblenz geschossen, die Polizei tappt allerdings auf der Suche nach dem Unbekannten noch im Dunkeln. Foto: dpa

Erneut hat ein Heckenschütze auf einen Linienbus in Koblenz geschossen. Die Polizei tappt allerdings auf der Suche nach dem Unbekannten noch im Dunkeln. Der Schütze hatte den Linienbus am Montag ins Visier genommen, wie die Polizei mitteilte.

Der Busfahrer habe einen lauten Knall gehört und bemerkt, dass das Glas der Anzeige für die Endhaltestelle zersplittert war. Es sei wahrscheinlich, dass erneut mit einer Druckluftwaffe auf den fahrenden Bus geschossen worden sei, hieß es am Dienstag.

Die Polizei setzt bei der Suche nach dem Unbekannten nun auf die Hilfe von Jugendlichen: Sie sollen ihre Kontakte in den sozialen Netzwerken nutzen, um einen Zeugenaufruf zu verbreiten. Nach Angaben der Koblenzer Polizei ist es das erste Mal, dass man gezielt um eine derartige Hilfe bittet.

"Wir gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein bis drei Jugendliche oder junge Männer handelt", sagte eine Polizeisprecherin in Koblenz. "Allerdings ist das alles andere als ein Jugendstreich, wenn Menschen gefährdet werden." In den vergangenen Wochen waren mehrere Busse beschossen worden, Menschen wurden nicht verletzt.

Mit einem Fahndungsplakat will die Sonderkommission "Ampel" nun eine wichtige Zeugin finden, die den Schützen als Insassin des Busses gesehen haben könnte. Es ist eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt. Die Schüler der Integrierten Gesamtschule in Koblenz-Metternich sollen den Beamten bei der Suche helfen - indem sie den Zeugenaufruf über ihre eigenen Facebookseiten oder über kostenlose Kurznachrichten per Handy verbreiten.

Menschen über 35 seien durch die Zeitungen und die regionalen Nachrichten im Radio und Fernsehen gut informiert, viele Jüngere aber nutzten diese Medien nicht, begründete ein Polizeisprecher die Aktion. Sie wüssten deshalb oft nichts von den Schüssen auf Busse und ein im Stadtteil Metternich geparktes Auto - und nichts über die Zeugenaufrufe der Polizei.

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