Blick in die Zukunft

2412 geht die Welt unter

BONN.  Stell dir vor, es ist Weltuntergang, und keiner geht hin! Der Satz variiert einen Slogan aus den friedensbewegten achtziger Jahren. Man könnte auch den Mauerbauer Walter Ulbricht zitieren und leicht verfremden: "Niemand hat die Absicht, die Welt untergehen zu lassen." Fakt ist: Die Welt ist nicht untergegangen, jedenfalls nicht vor Redaktionsschluss.
Kein Weltuntergang: Das Leben setzt sich unvermindert fort.

Was aber wäre, wenn kurz vor Mitternacht doch noch irgendwo zwischen den Polen ein Meteorit mit unvorstellbarer Wucht eingeschlagen wäre und alles Leben auf der Erde ausgelöscht hätte? Erstens: Diese Zeilen würde kein Mensch mehr zu Gesicht bekommen. Zweitens: Der wirkliche Weltuntergang wäre trotzdem kein Beleg für die besondere Weitsicht eines mittelamerikanischen Volkes.

Denn: Die Maya haben in ihren Schriften niemals behauptet, dass am 21. Dezember 2012 die Welt untergeht. "Der Weltuntergang ist eine westliche Erfindung", hat der renommierte Maya-Forscher Professor Nicolai Grube von der Universität Bonn kürzlich im Interview mit dem General-Anzeiger betont. Der Archäologe hat trotzdem allen Grund zur Freude: Seinem Orchideenfach wird in diesen Tagen viel Aufmerksamkeit zuteil. Auch die Nachkommenden der Maya könnten davon profitieren.

Schön auch, dass in großen Teilen der Welt der Humor über die Hysterie gesiegt hat. Party statt Pessimismus. Und: Der nächste Weltuntergang steht schon fest. Termin: 21. Dezember 2412. Auch das haben die Maya nie behauptet. Doch an diesem fernen Tag endet der nächste 400-Jahres-Zyklus ihres Kalenders.

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