Viele gefährliche Plätze liegen in Köln

NRW-Polizei benennt gefährliche und verrufene Orte

Bahnhof Köln

Auch der Kölner Bahnhofsvorplatz gehört zu den "verrufenen Orten".

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen ist Köln die Stadt mit den meisten gefährlichen Plätzen. Dies geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU hervor. In Bonn gibt es keine.

Nach Angaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gelten aus Sicht der Polizei 13 Orte als "verrufen". Dabei handelt es sich laut Gesetz um Orte, wo die Polizei ohne konkreten Anlass Personen überprüfen kann.

"Wichtig ist: Es handelt sich nicht um No-Go-Areas", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. "Die Definition als 'gefährlicher Ort' gibt der Polizei die Rechtsgrundlage, die Identität der Menschen festzustellen, die sich dort aufhalten", sagte der Ministeriumssprecher. Denn im Normalfall seien Bürger nicht verpflichtet, sich auszuweisen, wenn sie anlasslos danach gefragt würden, ergänzte ein Sprecher der Kölner Polizei. "So aber können wir sogar Platzverweise erteilen", sagte er.

Insgesamt wurden im März 2017 von der Polizei 25 Orte genannt, die als gefährlich gelten. Doch nicht alle Polizeistellen machten Angaben. Duisburg etwa fehlt in der Liste. In Köln zählen nach Angaben der Kölner Polizei dazu der Bahnhofsvorplatz am Hauptbahnhof, der Ebertplatz in der Innenstadt, das Görlinger Zentrum in Köln-Bocklemünd und die Kölner Ringe, die Feierwütige aus der Region anziehen und an denen es vor allem an den Wochenenden turbulent zugeht.

Bonner Loch derzeit nicht auf der Liste

In Bonn käme laut Polizei einzig das Bonner Loch infrage. Das falle aufgrund des Umbaus und der Sanierung dort derzeit aber als gefährliche Stelle heraus. Man werde die Situation aber weiter im Auge behalten, so die Bonner Polizei weiter.

In Wuppertal gelten der Berliner Platz und das Areal rund um den Bahnhof Oberbarmen als "gefährlich". Das Maghreb-Viertel in Düsseldorf wird bei der Polizei nicht mehr als "verrufener Ort" geführt. Welche dazu zählen, legen die einzelnen Polizeistellen selbst fest. Sie müssen dies aber im Zweifel vor Gericht belegen, falls sich jemand gegen die Kontrolle wehrt.

In Wuppertal wertet die Polizei zum Beispiel Zahlen zur Straßenkriminalität und zu den Einsätzen aus. Manchmal aber genüge ein einzelner schwerer Raubüberfall, um eine Straße kurzzeitig als "gefährlichen Ort" zu deklarieren, sagte der Sprecher.