Kommentar

Warum eine Moschee-Steuer sinnvoll wäre

Besucher im Gebetssaal der neuen Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld.

Besucher im Gebetssaal der neuen Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld.

Bonn. Die Berliner Moschee-Gründerin Seyran Ates hat sich für eine "Moschee-Steuer" für Muslime ähnlich der Kirchensteuer ausgesprochen. Unser Autor hält den Vorschlag für sinnvoll.

In Deutschland gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie sich die geschätzt mehr als 2500 muslimischen Gebetsstätten finanzieren. Fehlende Transparenz führt zu Misstrauen, zumal Erkenntnisse des Verfassungsschutzes in einigen Fällen nachweisen, dass radikal-islamische Staaten wie Saudi-Arabien durch Finanzzuweisungen über Stiftungen oder Spenden versuchen, ihr nicht mit dem Rechtsstaat vereinbares Verständnis von Islam zu verbreiten.

So mancher Terrorist oder nach Syrien ausgewanderter IS-Kämpfer ist aus solchen Zirkeln hervorgegangen. Welche Gefahr darin liegt, wenn sich religiöse Einrichtungen vom Ausland finanzieren lassen, zeigt auch die Diskussion um die vom türkischen Staat finanzierten Ditib-Moscheen. Zu Recht beklagen Kritiker die dadurch erkaufte Einflussnahme des zum Autokraten mutierten Staatschefs Recep Tayyip Erdogan auf türkisch-stämmige Deutsche.

In der Praxis dürften Spenden von Gemeindemitgliedern vor Ort aber nur selten verlässliche Strukturen sichern können. Daher ist der Vorschlag, von Muslimen eine „Moschee-Steuer“ einzuführen, richtig. Klar stehen bürokratische Schwierigkeiten im Weg. Und ja, auch mit einer „Moschee-Steuer“ verhindert man nicht, dass radikale Kreise durch Spenden Einfluss nehmen. Doch bürokratische Hemmnisse lassen sich überwinden. Und durch Einnahmen aus einer in Deutschland erhobenen Steuer erhielten viele Moscheevereine überhaupt erst die Möglichkeit, auf Gelder aus zweifelhaften Quellen zu verzichten. Die Idee zu verfolgen ist also den Schweiß der Edlen wert. Denn wer zahlt, bestimmt.