Kommentar zur Syrien-Geberkonferenz

Gegen die größte Not

Syrien, Damaskus: Rauch ist über den Dächern eines Gebiets im Süden der Stadt zu sehen, in dem sich Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verschanzt haben.

Syrien, Damaskus: Rauch ist über den Dächern eines Gebiets im Süden der Stadt zu sehen, in dem sich Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verschanzt haben.

Die Milliarden Euro Finanzhilfe der Syrien-Geberkonferenz können die Not der Menschen in Syrien lindern. Eine Zukunft hat das Land aber nur ohne Machthaber Baschar al-Assad, meint GA-Korrespondent Holger Möhle.

Noch gibt es keine Operation Wiederaufbau. Noch gibt es in Syrien nur Krieg, Leid, Elend, Zerstörung, Vertreibung und Tod. Die syrische Tragödie geht weiter. Und mit ihr geht auch große Not in den Anrainerstaaten einher – in Jordanien, im Libanon und in Teilen auch in der Türkei. Wer Syrien hilft, muss dabei immer darauf achten, damit keinesfalls auch das Regime des skrupellosen Machthabers Baschar al-Assad zu stützen.

Die Teilnehmerstaaten der Syrien-Geberkonferenz unterstützen die Not leidenden Menschen in Syrien und seinen Nachbarländern mit Milliarden Euro, aber sie dürfen noch kein Geld für den Wiederaufbau des geschundenen wie zerstörten Landes geben. Wiederaufbau ist die Aufgabe für die Zeit nach dem Krieg. Doch für ein Ende des Krieges muss es erst eine politische Lösung geben – möglichst ohne Assad, der sich an seinem Volk für alle Zeit versündigt hat, der es gedemütigt und die Einheit des Landes zerstört hat. Syriens Zukunft muss eine Zeit ohne Assad sein. Das kann noch dauern – und hängt stark von dessen internationaler Schutzmacht Russland ab. Moskau wiederum wird den Westen brauchen, wenn es darum geht, beim Wiederaufbau des völlig zerstörten Landes zu investieren.

Dass Deutschland seine Syrien-Hilfe aufstockt, ist ein Signal auch an andere Staaten. Die Milliardensumme kann helfen, die größte Not zu lindern, aber sie kann Assad und seine Schergen nicht beseitigen. Der Wiederaufbau, wenn der Krieg denn eines Tages zu Ende ist, wird ein Kraftakt, die innersyrische Versöhnung eine Jahrhundertaufgabe.