Kommentar zum US-Vorwahlkampf

Erdrutsch

Donald Trump ist in der Erfolgsspur - doch für seine sexistischen Äußerungen könnten er im Kampf gegen Hillary Clinton die Quittung bekommen.

Donald Trump ist in der Erfolgsspur - doch für seine sexistischen Äußerungen könnten er im Kampf gegen Hillary Clinton die Quittung bekommen.

Washington. Von weiten Teilen seiner eigenen Partei wird Donald Trump verachtet. Doch der Milliardär hat seine etablierten Gegner regelrecht deklassiert.

Donald Trump gegen Hillary Clinton – die Vereinigten Staaten von Amerika und der Rest der Welt sollten sich allmählich auf diese Paarung einstellen, wenn die Supermacht im November entscheidet, wer nach Barack Obama das Weiße Haus übernehmen soll. Allen mathematischen Was-wäre-wenns zum Trotz ist jetzt klar, dass sich bei den Republikanern aller Voraussicht nach der New Yorker Bau-Milliardär als Bewerber um das höchste Amt im Staate durchsetzen wird. Trump hat das berühmte „Momentum“ auf seiner Seite. Seine Bilanz bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Maryland, Connecticut, Delaware, Rhode Island und Pennsylvania kommt einem Erdrutsch gleich. Trump, obwohl von weiten Teilen seiner Partei verachtet und offen angefeindet, hat nicht nur einfach gewonnen. Er hat seine aus dem Establishment stammenden Widersacher Ted Cruz und John Kasich deklassiert.

Auf Seiten der Demokraten ist der früheren First Lady die Nominierung kaum mehr zu nehmen. Bis auf den Schönheitsfehler Rhode Island geht die ehemalige Außenministerin makellos aus den jüngsten Vorentscheidungen hervor.

In der zahlenmäßig seit Jahren wachsenden Gruppe der Wähler, die sich als unabhängig bezeichnen, hat Hillary Clinton bereits einen großen Vertrauensvorsprung. Mit neuerlichen sexistischen Äußerungen hat Trump diesen Vorsprung noch vergrößert. Im November könnte der selbst ernannte Frauenversteher dafür nicht nur von weiblichen Wählern die Quittung bekommen. Verdientermaßen.