Social Media analysiert

So beliebt sind Fast-Food-Ketten im deutschen Netz

Weltweit ist jeder fünfte Todesfall auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.

Symbolfoto.

Bonn. Im Zeitalter der sozialen Netzwerke sollte klar sein: Bekannt heißt nicht zwangsweise auch beliebt. Welche Fast-Food-Ketten in Deutschland die Nase vorn haben, zeigt eine neue Social-Media-Analyse.

Filialen internationaler Fast-Food-Ketten gehören wie in den meisten Städten Deutschlands in Bonn ebenso zum festen Teil des Stadtbilds. Doch auch, wenn der ein oder andere Name besonders häufig vertreten ist, spricht das nicht unbedingt für den Erfolg. Ausschlaggebend ist im 21. Jahrhundert hingegen auch, wie sich die Firma bei Facebook, Twitter und Co. schlägt.

Der Social-Media-Analyst Vico Research & Consulting hat knapp 75.000 Beiträge aus Netzwerken, Blogs, Foren und Frage-und-Antwort-Portalen zu den neun Franchises untersucht, die im deutschen Netz am meisten diskutiert wurden. Dazu gehören vor allem Global Player wie Burger King, Pizza Hut und Subway, mit Nordsee und Vapiano sind immerhin zwei Unternehmen mit deutschem Sitz dabei.

Dass viel nicht unbedingt viel hilft, zeigt sich am stärksten am Beispiel von McDonald's. Mehr als 80 Prozent aller Beiträge befassten sich mit der Burger-Kette, doch gerade einmal 45 Prozent derer mit einer positiven Wertung. Das liegt nicht am Angebot, sondern an Punkten wie Nachhaltigkeit, Verträglichkeit und Preis. Die Menüs seien dem Feedback nach im Größenvergleich zu teuer, nur kurzzeitig sättigend, ungesund und produzierten zu viel Müll - alles keine überraschenden Kritikpunkte.

Vapiano: Negatives Feedback in sozialen Netzwerken

Bei Vapiano läuft es weder offline noch online wirklich rund. Erst Anfang Mai kam an die Öffentlichkeit, dass dem Kölner Pizza- und Pastarestaurant 30 Millionen Euro fehlen (GA berichtete) und sich die Verantwortlichen wegen finanzieller Nöten vor dem Jahresabschluss drücken. Die kritische Lage spiegelt sich auch in den sozialen Medien wider. Mit 34 Prozent positiver Beiträge landet Vapiano, 2002 in Hamburg gegründet, mit merklichem Abstand auf dem letzten Platz der Auflistung.

Was Kunden mit Dunkin' Donuts verbinden? "Leckere Donuts" und "guter, günstiger Kaffee" - mehr braucht es offenbar nicht, um nach der Vico-Analyse auf dem Social-Media-Thron zu landen. Mit 83 Prozent Zustimmung in den Netzwerken hat die Donut-Kette noch ordentlich Luft zum Zweitplatzierten, Burger King. Dieser extreme Vorsprung könnte allerdings auch auf die wenigen Filialen und entsprechend weniger Kunden zurückzuführen zu sein. Von den 58 Läden, über die gesamte Bundesrepublik verteilt, gibt es keinen einzigen in Bonn. Der nächste Standort wäre von Bonn aus erst in Köln, dort sind in der Innenstadt dafür gleich drei zu finden.

  1. Dunkin' Donuts (83 Prozent positiv)
  2. Burger King (66 Prozent positiv)
  3. Pizza Hut (63 Prozent positiv)
  4. Kentucky Fried Chicken (62 Prozent positiv)
  5. Nordsee (50 Prozent positiv)
  6. Domino's (45 Prozent positiv)
  7. McDonald's (45 Prozent positiv)
  8. Subway (42 Prozent positiv)
  9. Vapiano (34 Prozent positiv)

McDonald's: Bekannt, aber nicht beliebt

McDonald's deutlicher Bekanntheitsvorsprung übertrage sich nicht auf das Beliebtheitsranking, fasst Marc Trömel, Geschäftsführer von Vico Research & Consulting, die Analyse zusammen. Mit Dunkin' Donuts, Hauptkonkurrent Burger King und Pizza Hut stünden hier andere Unternehmen an der Spitze. Burger King scheine das Vertrauen der Kundschaft zurückgewonnen zu haben, nachdem es 2014 im Zuge eines Hygieneskandals mehrere Restaurants schließen musste. Die beiden deutschen Vertreter Nordsee und Vapiano suche man jedoch vergeblich an der Spitze.

Fast-Food und Social-Media scheinen mit einem Blick auf die USA unweigerlich miteinander verknüpft zu sein. Die großen Ketten machen es sich inzwischen regelmäßig zum Spaß, ihre Mitbewerber beispielsweise auf Twitter wortgewandt und überraschend zu foppen. Nicht selten wird daraus ein viraler Hit, der sowohl zur Markenbekanntheit als auch zu einem positiven Bild des Unternehmens beiträgt.