Explosionsgefahr in Bayern

Mann fährt brennenden Tanklaster in unbewohntes Gebiet

Nach einem ersten erfolglosen Löschversuch hat der LKW-Fahrer das Fahrzeug in unbewohntes Gebiet gefahren.

Nach einem ersten erfolglosen Löschversuch hat der LKW-Fahrer das Fahrzeug in unbewohntes Gebiet gefahren.

18.07.2017 Schrobenhausen. Trotz Explosionsgefahr fährt ein Mann seinen brennenden Lkw bis in unbewohntes Gebiet. 35 000 Liter Kraftstoff hat er an Bord - und trotzdem behält er die Nerven.

Die Polizei in Bayern lobt einen nervenstarken Lkw-Fahrer, der sein brennendes Fahrzeug trotz Explosionsgefahr durch bewohntes Gebiet bis an den Stadtrand gesteuert hat. „Der Mann hat durchaus Mut bewiesen“, sagte Polizeisprecher Andreas Aichele am Dienstag. Der 49-jährige Fahrer lenkte den Sattelzug am Montag nach einem erfolglosen eigenen Löschversuch mit brennendem Reifen an den nicht bevölkerten Stadtrand von Schrobenhausen in Oberbayern. Dort löschte ein Großaufgebot der Feuerwehr die Flammen und bannte die Explosionsgefahr.

Der Lastzug aus dem Raum Memmingen war am Montag in einer Raffinerie nahe Schrobenhausen mit 25 000 Litern Diesel und 10 000 Litern Benzin befüllt worden. Auf der Fahrt zurück fing ein Reifen an einer der hinteren Achsen Feuer. Der 49-Jährige sah dies im Rückspiegel, hielt an und wollte den Brand erst mit der in Tanklastern vorgeschriebenen Vorrichtung löschen.

Als dies misslang, setzte er sich wieder ans Steuer und rief die Notrufnummer. „Ich sitze in einem Tanklastzug, der brennt“, habe der Fahrer gesagt und sich dann von einem Beamten in der Ingolstädter Einsatzzentrale über Handy an den Stadtrand lotsen lassen, berichtet Polizeisprecher Aichele.

Gleichzeitig wurden Rettungskräfte dorthin beordert, die sofort nach Abstellen des Lasters mit dem Löschen und Kühlen des Tanks begannen. „Durch das Gebiet zog sich eine Gummi- und Aluminiumspur“, erläuterte Aichele zum Fahrtweg des Lasters mit geplatztem Reifen. Die genaue Schadenshöhe stand am Dienstag noch nicht fest. (dpa)