Radio-Moderator Benni Bauerdick

Rassistischer Spruch bei 1Live: Das sagt Tom Buhrow

27.02.2017 KÖLN. Mit einem rassistischen Spruch während einer Live-Sendung hatte 1Live-Moderator Benni Bauerdick im November für Diskussionen gesorgt. Jetzt äußerte sich WDR-Intendant Tom Buhrow zu dem Fall.

Der WDR hat eine Programmbeschwerde wegen einer rassistischen Bemerkung eines Radiomoderators akzeptiert. Der Moderator habe nach der Bemerkung im November eine längere Sendepause gehabt, werde aber weiterhin für 1Live tätig sein, teilte der WDR am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. WDR-Intendant Tom Buhrow hatte in der vergangenen Woche vor dem Rundfunkrat eingeräumt, dass die Bemerkung gegen die Programmgrundsätze des Senders verstoßen hat.

Moderator Benni Bauerdick hatte in der Sendung am 16. November gesagt: „Komme gerade von der Toilette, habe noch einen Obama ins Weiße Haus geschickt.“ Hörer kritisierten diese Bemerkung in den sozialen Netzwerken heftig: „Sorry, aber purer Rassismus on air? Was ist da bei euch schiefgelaufen? Böse Entgleisung“, schrieb ein Hörer auf Facebook. Buhrow sagte in seinem Bericht für den WDR-Rundfunkrat, die Bemerkung habe gegen den im WDR-Gesetz festgelegten Grundsatz verstoßen, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen.

Der Moderator hatte sich noch in der laufenden Sendung für die Entgleisung entschuldigt und beteuert, der Spruch sei nicht rassistisch gemeint gewesen. Auch in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter entschuldigte sich die Redaktion von 1Live für die Bemerkung. Es habe sich hier „nicht um einen Witz, sondern um eine verbale Entgleisung“ gehandelt.

Der Intendant schrieb in seinem Bescheid, dass die Bemerkung „objektiv nicht toleriert werden“ könne. Er versicherte, dass im WDR keine Form von Rassismus toleriert werde und „wir uns als öffentlich-rechtlicher Sender in unseren Programmen für ein diskriminierungsfreies Miteinander einsetzen“.

Laut dem Bericht des Intendanten nahm Wellenchef Jochen Rausch den Vorfall zum Anlass, „alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch einmal intensiv an die Grenzen und die Verantwortung für das Programm zu erinnern“. Gerade eine Jugendwelle wie 1Live müsse sich des Einflusses auf die Hörerschaft bewusst sein. Nach Angaben des WDR gab es wegen der Äußerung intensive Gespräche mit dem Moderator. (epd)