Pianist Kit Armstrong im Schumannhaus Bonn

Variationen aus vier Jahrhunderten

Kit Armstrong.

Kit Armstrong.

Bonn. Der Pianist Kit Armstrong spielt im Schumannhaus Stücke von Haydn, Schumann und Liszt.

Mit Ausblick auf das kommende, 19. Bonner Schumannfest vom 8. bis zum 19. Juni diesen Jahres und zugleich als kleiner Nachschlag zum vergangenen Beethovenfest und seinem Thema „Veränderungen“ war der junge amerikanische Pianist Kit Armstrong mit einem Programm zu Gast im Schumannhaus, dass gleich mehrfach gegen die Vorstellungen seines Mentors Alfred Brendel verstieß: „Die Aufeinanderfolge von Dur- und Moll-Tonarten auf demselben Grundton ist (...) prekär“, fordert Brendel ebenso wie, dass „Bei Variationenwerken (...) größte Vorsicht geboten“ sei.

Dem widersetzt sich Armstrong, indem er an diesem Abend ausschließlich Variationenwerke vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in der Tonart „F/f“ präsentiert, um nach eigenen Worten eine „Balance zwischen Einheit und Vielfalt“ anzustreben. Angefangen mit William Byrds Passacaglia über „Will you walk the woods so wild“, die, dynamisch linear, das Cembalo nachahmt, ging es weiter mit Doppelvariationen von Haydn (Hob. XVII:6) mit erhabenem und verspieltem Thema und von Mozart, „Ein Weib ist das herrlichste Ding“ (KV 613) mit arg lakonischem Schluss. Weiter ging es mit Beethovens „6 Variationen über ein eigenes Thema“ op. 34, bei welchen Armstrong die Zeit bisweilen fast stillstehen lässt, und zu Schumanns „Abegg-Variationen“ op. 1, welche – nicht ohne Augenzwinkern – den Romantiker als den „Erfinder“ des „Ragtime“ outen. Und schließlich Liszts endlos absteigende Basslinien über „Weinen. Klagen, Sorgen, Zagen“, die im Klangtaumel des Schusses den Bach-Choral fast ertrinken lassen.

Als Zugabe spendierte Armstrong: „Good Night“ des Briten John Bull aus dem 16. Jahrhundert.