Theater Bonn

"Unmaskiert" - Drei Schauspieler, ein Sofa und viele Lacher

Unmaskiert: Spaß auf dem Sofa hatten (von links) die Schauspieler Glenn Goltz, Daniel Breitfelder und Sophie Basse.

BONN. Tor auf und hinein in den Kopf von Daniel Breitfelder. Der Schauspieler wusste nur ansatzweise, was ihn erwartete, als er im Foyer des Theaters Bonn aufs Sofa gebeten wurde. Die Ensemblemitglieder Sophie Basse und Glenn Goltz hatten Fragen vorbereitet, die sie zunächst genauso stellten, wie sie auch das Publikum begrüßt hatten: synchron im Duett.

Das Gastgeber-Duo hatte sich für die erste Ausgabe der neuen Reihe "Unmaskiert" regelrecht aufgetakelt und fragte den ersten Interviewpartner in herrlich übertriebener Moderatorenmanier aus: Was sein Sternzeichen sei - "Löwe", antwortete der 32-jährige Breitfelder. "Oh, das ist ein wildes Tier", kam es simultan von Basse und Goltz. Woher er denn komme.

Aus Augsburg: "Oh, die Brecht-Stadt." Es wurde nicht gesagt, aber für die Moderatoren schien damit klar zu sein, dass für Breitfelder nur eine Theaterkarriere in Frage kommen konnte. Was man da nicht alles über ihn erfuhr: Er wuchs im 700-Seelen-Dorf Hausen auf, war dort Mitglied einer Bande, die sich "Die Bande" nannte und deren Schwerpunkt Mutproben waren.

Auch schilderte der Schauspieler seinen "Zwang", immer wieder sein Kinderzimmer umzugestalten, so dass seine Eltern schließlich das zerkratzte Parkett durch Teppich ersetzten. In seiner musikalischen Familie könne jeder die Nasenflöte spielen, sagte er - und spielte darauf die Begleitmusik zu einer Dia-Show mit seinen Kinderbildern.

Nach der Schule ging er in München auf die Schauspielschule, seinem erster Auftritt in Ingolstadt folgten Stationen in Wuppertal und Rüsselsheim, wo er das Ensemble von Sophie Basse kennenlernte. Mit ihr zog er im August nach Bonn, wo er seitdem am Theater Bonn spielt.

Man erfuhr, dass er zwischenzeitlich keine Dusche hatte, dass sein Vater sich in einem fast leeren Restaurant trotzdem an den Tisch zu fremden Leute setzte, und dass der Vater allzu oft die immer selben schlechten Witze erzählte, was womöglich zur Scheidung beigetragen haben könnte. Man musste nicht alles ernst nehmen, was da erzählt wurde.

Zu dritt synchronisierten sie außerdem eine Szene aus "Hexen hexen", einem seiner Lieblingsfilme neben der "unendlichen Geschichte". Er habe als Kind auch Michael Ende kennengelernt und ihn gefragt: "Und Sie haben die unendliche Geschichte geschrieben?" Ja, es gab viel zu lachen.

Auch als am Ende ein Video gezeigt wurde, in dem seine Schauspielkollegen über ihn sprachen. Das Urteil fiel erwartungsgemäß schön böse aus, und natürlich war alles gestellt. Breitfelder, der aktuell unter anderem den Captain Hook im "Peter Pan" spielt, fühlt sich in Bonn wohl. "Ich freue mich über den Rhein."

Aber man müsse in einer neuen Stadt und einem neuen Ensemble erst mal ankommen. Ob er Schauspieler bleiben will? Er weiß es nicht: "Ich würde tatsächlich gern ein Hotel aufmachen." Natürlich als dessen Leiter.

Die Veranstaltung war äußerst unterhaltsam. Der nächste Termin für "Unmaskiert" ist der 24. Januar. Der Eintritt ist frei. Informationen auf www.theater-bonn.de.