Die Zucchini Sistaz im Pantheon

Triumphaler Auftritt eines Damentrios

Sie gaben alles: Die Zucchini Sistaz im Pantheon.

Sie gaben alles: Die Zucchini Sistaz im Pantheon.

Die Schellackscheibe wirbelt auf dem Grammophon, die Kaffeekanne thront auf dem Nierentischchen, der Lampenschirm mit den Troddeln leuchtet honiggelb und in der Posaune steckt ein Strauß weißer Lilien - die Zucchini Sistaz haben eine nostalgisch-behagliche Ambiance komponiert.

 Das ebenso verführerische wie fulminante Damentrio aus Münster, das in erster Linie dem Swing und der Unterhaltungskultur der 20er bis 40er Jahre huldigt, sie neu arrangiert und ironisiert, hinterlässt nach seinem rauschhaften Triumph im Pantheon wippende Füße, schnippende Finger und entflammte Herzen.

Jule Balandat (Kontrabass und "Fachfrau für Zirzensik und Conférence"), Sinje "Schnittchen" Schnittker (Trompete, Posaune "und sonstiger Klimbim") sowie Tina Werzinger (Gitarre, Banjo) tragen entzückend dunkelgrüne, kunstvoll paillettenbesetzte Charlestonkleidchen, das Herz auf der Zunge und ein paradiesisches Lächeln im Gesicht. Nicht von ungefähr erklingen denn auch schillernd exotische Weisen, die Jule Balandat treffend als "südseeistisch" deklariert.

Flott moussierendes, mysteriös waberndes, breitbeinig kerniges und königlich hollywoodeskes Liedgut etwa über das "Fräulein Flunker", die köstliche Zucchinitorte, die erste "Türmerin" von Münster und ein Swing-Remix von Grönemeyers "Männer" - die Zucchini Sistaz kennen keine Berührungsängste oder Genregrenzen. Und warum sollten sie auch? Ihre Musikalität ist umwerfend, ihr Charme betörend, ihre Selbstironie hinreißend.