Gerburg Jahnke in der Bonner Oper

Sieben Frauen auf einen Streich

Bonn. "Ich hab' nix gemacht", beteuert Gerburg Jahnke ihre Unschuld und bezieht sich damit auf Weiberfastnacht. "Ich war zu Hause, ich hab' niemanden geküsst - un' ich habbet trotzdem!"

Was sie als überzeugte Raucherin an ihrer starken Erkältung am meisten nerve: "Ich kann jetzt nich' inhalieren. Nur paffen." Tja. Das Leben zeigt sich manchmal eben von seiner allerhärtesten Seite.

Die durch eine jahrzehntelange Bühnenkarriere abgehärtete Komikerin aus dem Ruhrgebiet moderiert landauf, landab als Gastgeberin unterschiedlich betitelte Frauen-Mix-Comedyshows. Und das mit großem, anhaltendem und auch erstaunlichem Erfolg - im Bonner Pantheon sind ihre je nach Teilnehmerinnenanzahl benannten "Vier/Fünf/Sechs Frauen auf einen Streich"-Abende seit mehreren Jahren regelmäßig ausverkauft.

Zeit also für eine Sonderausgabe im Bonner Opernhaus, in der Reihe "Quatsch keine Oper!", und auch diese wesentlich größere Spielstätte ist restlos ausverkauft.

Den Abend unter dem etwas umständlichen Titel "Frau Jahnke hat eingeladen. . .ma gucken wer kommt!" eröffnet Lokalmatadorin Anka Zink. Sie liefert nachdrücklich und abermals den Beweis, dass sie eine scharfsinnige, herrlich angriffslustige Politkabarettistin sein kann (der Kapuzenpullover als "Burka der Hooligans"), wenn sie die Psyche islamischer Selbstmordattentäter seziert und diese Analyse ein paar Atemzüge später nicht ohne Selbstironie auf ein ganz anderes Terrain transformiert: "Auf der einen Seite viel zu wenig Anerkennung und Perspektive, auf der anderen Seite viel zu viel innere Hitze. Deshalb sollten ältere Frauen und junge Männer viel mehr zusammen unternehmen." Zinks handzahme Fahrkartenautomaten-Anekdoten weisen freilich schlichtere Provenienz auf.

Sarah Bosetti, eine Poetry-Slam-Kapazität aus Berlin, trägt liebenswürdige, mehr oder weniger autobiographisch angehauchte Minigeschichten mit drolligen Titeln wie "Wenn ich groß bin, will ich mal alt werden" vor. Ganz nett.

Die Beste des Abends ist unbestritten Comedy-Walküre Daphne De Luxe. Unnachahmlich, wie sie gleich in den ersten Sekunden die Gedanken der Zuschauer ausspricht und das Publikum mit ihrer schamlos kessen, clever dosiert schlüpfrigen und bedingungslos sinnesfrohen Aura um den Finger zu wickeln versteht.

Den swingenden Schlusspunkt setzen die entzückenden Zucchini Sistaz, in dunkelgrüne Charleston-Kleidchen gewandet und mit gehörigem Augenzwinkern. Am 12. Juni gastiert das flotte Damentrio in voller Länge im Pantheon Casino.