Kulturgastspiel in Fernost

Riesenschau „Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China“

Kanzler der Einheit: Andreas Mühes Fotografie „Kohl am Tor“ aus dem Jahr 2014 wird in der großen China-Ausstellung zu sehen sein.

Kanzler der Einheit: Andreas Mühes Fotografie „Kohl am Tor“ aus dem Jahr 2014 wird in der großen China-Ausstellung zu sehen sein.

Bonn. Die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur organisiert die Riesenschau „Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China“, die am 17. September von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel eröffnet werden soll.

Angefangen hat alles 1996 mit der Ausstellung „China!“ im Kunstmuseum Bonn, das in einer Kooperation mit dem Verein Stiftung für Kunst und Kultur 40 Künstler aus unterschiedlichen Regionen Chinas zeigte. Nach Bonn folgten weitere Stationen in Wien, Kopenhagen, Berlin und Warschau, ja sogar in Singapur. 2002 ging dann „China art“ im Museum Küppersmühle über die Bühne. 2015 stemmte die Stiftung das Megaprojekt „China 8“ in acht Städten an Rhein und Ruhr. Mehr als 500 Werke von 120 chinesischen Künstlern waren zu sehen.

Die künstlerische Revanche wurde nun am Montag in Duisburg eingeläutet: Walter Smerling, Direktor des Museums Küppersmühle und Geschäftsführer der Stiftung für Kunst und Kultur e.V., schickte zwei monumentale Skulpturen von Michael Sailstorfer und Markus Lüpertz auf die Reise. Der symbolische Start für die Ausstellung „Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China“, die am 17. September von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel eröffnet werden soll. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Pekinger Central Academy of Fine Arts.

Laut Smerling ist das die bislang umfangreichste Präsentation zeitgenössischer deutscher Kunst in China: Rund 320 Werke von 55 Künstlern treten die Reise nach Peking an. Darunter sind Arbeiten von Georg Baselitz, K.O. Götz, Katharina Grosse, Andreas Gursky, Candida Höfer, Anselm Kiefer, Alicja Kwade, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Sigmar Polke, Neo Rauch, Gerhard Richter, Michael Sailstorfer, Emil Schumacher und Rosemarie Trockel.

Eröffnung in der verbotenen Stadt

An acht Stationen wird die Schau in Peking zu sehen sein, etwa im Cafa-Museum, Today Art Museum, Minsheng Museum, Red Brick Museum und im Kaiserlichen Ahnentempel Taimiao in der Verbotenen Stadt. Seit 1950 ist der Tempel der „Kulturpalast der Werktätigen“. Erstmals überhaupt wird an diesem historischen Ort westliche Gegenwartskunst gezeigt. Die zentrale Eröffnung findet in der Verbotenen Stadt statt.

Die Ausstellungsorte sind nach Themen und Gattungen unterteilt. Im Red Brick Museum etwa präsentiert „Deutschland 8“ Vertreter der abstrakten und informellen Kunst wie Peter Brüning, K.O. Götz, Gerhard Hoehme, Bernard Schultze, Emil Schumacher und Fred Thieler. Im Yuan Art Museum soll der Lehrer-Schüler-Dialog exemplarisch durch die Gegenüberstellung von Gotthard Graubner und Katharina Grosse dokumentiert werden.

Kunst von Gerhard Richter und Video-Künstlerin Harun Farocki

Der Taimiao Tempel solle, so Smerling, Kunst von Anselm Kiefer, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Günther Uecker und Joseph Beuys beherbergen. Thomas Demand, Katharina Fritsch, Jörg Immendorff, Hubert Kiecol, Rosemarie Trockel und andere werden im Cafa-Museum gezeigt. Fotografisches von Katharina Sieverding und Andreas Mühe, Bernd und Hilla Becher sowie von Künstlern der Becher-Schule wird im Minsheng Art Museum versammelt.

Die deutsche Video- und Medienkunst soll im Today Art Museum präsentiert werden, Vertreter sind unter anderem Harun Farocki und Marcel Odenbach. Jüngere Positionen von Alicja Kwade bis Matthias Weischer sollen im White Box Art Center zu sehen sein.