Kammerkonzert

Philharmonischer Chor singt im Beethoven-Haus

BONN. In den Salon der Belle Époque lud am Sonntag der Kammerchor des Philharmonischen Chores der Stadt Bonn ein.

Obwohl die französischen Salons des 19. Jahrhunderts in erster Linie von Frauen veranstaltet und geleitet wurden, so übernahm Ensembleleiter Thomas Neuhoff diese Aufgabe im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses problemlos und galant.

Das Programm vereinte drei der wichtigsten französischen Komponisten ihrer Zeit - Gabriel Fauré, Claude Debussy und Maurice Ravel. Mit einem der populärsten Stücke Faurés, seinem "Cantique de Jean Racine", eröffnete der Kammerchor das Programm.

Die Sänger hatten auf einer kleinen Chortribüne vor der schwarzen Marmorwand Platz gefunden. Mit einem sehr gut herausgearbeitetem klanglichen Aufbau in den Chorstimmen gelang dieses erste Werk unter der Leitung Neuhoffs souverän.

Für Faurés Zyklus "La Bonne Chanson" betrat das Pleyel Quartett Köln, ergänzt durch Kontrabassisten Timo Hoppe und Sopranistin Christiane Oelze, die Bühne. Schwelgerisch klang die Musik und Oelze, die an diesem Tag wohl mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, wirkte teils etwas angespannt, setzte aber die Texte Verlaines gekonnt um.

In Debussys "Trois Chansons de Charles d'Orleans" traf man die Stimmung sehr genau. Ergänzt wurde der Debussy-Block um "Syrinx" für Flöte solo (Horatiu Roman) und mit der Cellosonate d-Moll (Sofia von Freydorf). Meisterhaft erklangen Ravels "Trois Poèmes de Mallarmé". Die auch musikalisch scheinbar "wirren" und unstrukturierten Lieder setzten Oelze und die Instrumentalisten großartig um.