Konzert des Bonner Vokalensembles

Hohe klangliche Homogenität

Das Bonner Vokalensemble bei einem Auftritt in Oberwinter.

Bonn. Das Bonner Vokalensemble präsentiert in der Lutherkirche ein anspruchsvolles Programm.

Dass die Menschen im Norden ein sangesfreudiges Völkchen sind, ist kein Gerücht. Kein Wunder also, dass es Unmengen an Chormusik aus Skandinavien und dem Baltikum gibt, wie auch beim Konzert des Bonner Vokalensembles zu hören war.

Das Programm hatte man jüngst auch auf einer Konzertreise in Erfurt und Weimar aufgeführt - nun eben in der gut besuchten Lutherkirche. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Ulrike Ludewig den Chor in den vergangenen neun Jahren qualitativ konsequent weiterentwickelt hat.

Das dreiteilige Programm bot im ersten Teil geistliche Werke aus Romantik und Moderne: ein mit starken Kontrasten und einem breiten dynamischen Spektrum geradezu überwältigendes Ave maris stella von Trond Kverno etwa, das selbst im Fortissimo nie zu forciert klang, oder eine kurze romantische Pfingstmotette von Oskar Lindberg. Das gestaltete sich als klanglich sehr homogenes Vollbad.

Im zweiten Programmblock präsentierte das Bonner Vokalensemble Literaturvertonungen, etwa die Suite de Lorca von Einojuhani Rautavaara und die Shakespeare Songs von Jaakko Mäntyjärvi. Die Lorca-Vertonungen gelangen mit höchster Eindringlichkeit.

Herausragend waren die Shakespeare Songs, vor allem der letzte, bei dem man einen mitreißenden rhythmischen Drive bis zum Schluss mit Wow-Effekt entfaltete.

Im dritten und letzten Teil präsentierte das Vokalensemble Volkslieder in Originalsprache, mal schlicht wie Hugo Alféns "Uti Vår hage" oder archaisch wie Elisabeth Hermodssons "Visa till Fårö", bei dem man auch wunderbar indigene Gesangstechniken imitierte.