Golden Girls in der Springmaus

Generationenübergreifendes Vergnügen

BONN. Mehr als 20 Jahre ist es her, dass die Kult-Serie "Golden Girls" erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die vier Damen aus Florida scharten auch hierzulande eine große Fan-Gemeinde um sich, die nach dem Ende der Produktion meist nur noch in nächtlichen Wiederholungen den Erinnerungen frönen konnte. Nun aber gibt es die vielleicht beliebteste WG der Welt auch auf deutschen Theater-Bühnen zu bestaunen, etwa am Mittwochabend bei der Premiere im Haus der Springmaus.

Liebhaber der Serie dürften bei der Darbietung auf ihre Kosten kommen, schließlich haben Dorothy, Blanche, Rose und Sophia auch nach so langer Zeit nichts von ihrem Witz und Charme verloren.

Erneut gehen die Charaktere gemeinsam durch die Widrigkeiten des Lebens im "besten Alter" und lassen sich auch von Medikamenten-Entzug, Heiratsschwindlern und gescheiterten Showbusiness-Karrieren nicht unterkriegen. Dabei agieren die Damen in ihrem lebhaften wie skurrilen Alltag mit gewohntem Witz und Energie.

Besonders überzeugen konnten in der Premieren-Aufführung vor allem die Charaktere der kühlen und schlagfertigen Dorothy (Angela H. Fischer) und der herrlich naiven wie warmherzigen Rose (Viviane Flückiger), die eine wunderbare Chemie entwickelten und ein großartiges Zusammenspiel lieferten.

Die schonungslos ehrliche und trockene Sofia (Maria Liedhegener) sowie die etwas überzeichnete Blanche (Ilka Schäfer) rundeten das gute Ensemble ab, das indes nicht immer über gewisse Längen hinwegzuspielen vermochte. Am Ende bleibt es aber ein gelungenes Stück. Und das hat das Potenzial, sowohl Fans der Serie als auch "Golden Girls"-Novizen zu begeistern: Ein generationenübergreifendes Vergnügen.

Bis 28. Juli im Haus der Springmaus.