17. Bonner Schumannfest

Fanfaren zum Auftakt

Standards der Bigband-Literatur: Musiker des Jugend Jazz Orchesters Bonn.

BONN. Ob dies bei solch miserablem Wetter wirklich bis in die Stadt hinunter zu hören war, darf bezweifelt werden: Vom Kreuzberg aus wurde das 17. Bonner Schumannfest vom Bonner Alphorn-Ensemble mit Fanfaren eröffnet.

Um die 50 Gäste sollen sich, dem Regen zum Trotz, eingefunden haben, um diesen originellen, durch die Anwesenheit von Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch geadelten Auftakt mitzuerleben.

Dass sich das Schumannfest, das dieses Jahr unter dem Motto "Opus 1 - Der Zauber des Anfangs" steht, ganz besonders der Nachwuchsförderung verschrieben hat, war gleich beim ersten der beiden Konzerte am Eröffnungstag, des Nachmittags im voll besetzten Endenicher Ballsaal, zu erleben.

Zum einen, weil Festivalleiter Markus Schuck das Jugend Jazz Orchester Bonn (JJOB) eingeladen hatte, das, 2012 von Thomas Heck und Thomas Kimmerle gegründet und von diesen Profis geleitet wird, mit exzellent interpretierten Standards der Bigband-Literatur (darunter mit funkensprühenden Beats Joe Zawinuls "Birdland" oder mit messerscharf geschliffenen Bläsersätzen Herbie Hancocks "Watermelon Man") für Furore sorgte.

Zum anderen, weil von diesen knapp 30 Musikerinnen und Musikern aus 15 Schulen aus Bonn und der Region ein Werk als Opus One aus der Taufe gehoben wurde, das im Rahmen einer Oberstufen-Facharbeit entstanden ist: Matthias Loevenich hat die Orgel-Fuge e-Moll Johann Sebastian Bachs (BWV 533) für Bigband arrangiert.

"Es klingt einfach geil!", freute sich der Nachwuchsarrangeur nach seiner Uraufführung, und auch das Publikum reagierte begeistert. Dass Bach intim swingen kann, hat älteren Generationen Jacques Loussier nahe gebracht, dass Bach ebenso orchestral druckvoll grooven kann, ist nun das Verdienst von Loevenich und der JJOB.

Auch beim zweiten Eröffnungskonzert des Abends im Schumannhaus stand ein Opus 1 auf dem Programm: die C-Dur-Sonate von Johannes Brahms, mit der der junge Komponist Robert Schumann seinem Mentor für "Breitkopf & Härtel" durchaus keine "Schande" bereitet hat (Schumann hatte ein anderes Werk als opus primum vorgeschlagen).

Jamie Bergin, der vor allem durch seine hohe Anschlagskultur besticht, nutzt den Bösendorfer zu einer sehr differenzierenden Darstellung. Die trägt dem stellenweise sinfonischen Gepräge der Sonate überzeugend Rechnungt, ohne die Melodielinien orchestraler Opulenz zu opfern.

Auch gegenüber den anderen Werken des Abends, Joseph Haydns c-Moll-Sonate (Hoboken XVI:20), den "Images" (Band I.) von Debussy und Mozarts a-Moll-Rondo (Köchel 511) bekommt Bergins sublime Interpretenhaltung hervorragend. Der Pianist versteht es bei den Klassikern, dem modernen Flügel bisweilen die Tongebung eines zeitgenössisches Instruments zu entlocken. Großer Enthusiasmus im Auditorium.