Beethovenfest

Das größte Klassik-Open-Air der Republik

Bonn. Bühne frei für Beethoven mit 1200 jungen Musikern, die an verschiedenen Orten der Stadt spielen. Es ist das unüberhörbare Signal: Das Beethovenfest hat begonnen.

Sechs Bühnen, rund 1200 Mitwirkende, sechs Stunden Musik: Die Zahlen sind immer wieder beeindruckend wenn es zur Eröffnung des Beethovenfestes heißt: Bühne frei für Beethoven. Es grenzt fast an ein Wunder, dass es so kurz nach den Sommerferien gelingt, das größte Open-Air-Klassikfest Deutschlands auf die Beine zu stellen. Dahinter stehen nicht nur das federführende Netzwerk Ludwig van B. und die städtische Musikschule, sondern auch über 100 Instrumentallehrer und Ensembleleiter, viele private Helfer und auch die Bürger für Beethoven.

Die ganze Bonner Innenstadt stand wieder im Zeichen der Musik. Das unüberhörbare Signal, das damit ausgesendet wurde, war eindeutig: Es ist wieder Beethovenfest. Das war vor allem auf dem Marktplatz unübersehbar. Dort hatte man wieder die große Bühne aufgebaut, auf der auch die Liveübertragungen während des Beethovenfestes zu sehen sein werden. Nicht mit von der Partie war hier in diesem Jahr leider das Bonner Jugendsinfonieorchester.

Zuerst hatten die ganz kleinen Musiker ihren großen Auftritt: Das Orchester der Donatusschule eröffnete den Reigen mit einem Sommer-Potpourri. Später gaben sich dann Bürgermeister Ashok Sridharan, Beethovenfest-Intendantin Nike Wagner und Pedro Muñoz vom Hauptsponsor Deutsche Post die Ehre. Wagner dankte vor allem Solveig Palm vom Netzwerk Ludwig van B., „die hier Ungeheures leistet“ und rechnete mit dem immer wieder hervorgekramten Schreckgespenst des Aussterbens der Klassik ab: „Der Trend ist positiv, das dürfen wir alle heute miterleben.“ Muñoz warf die Frage nach dem gesellschaftlichen Wert von Musik auf und beantwortete sie gleich selbst: „Dazu muss man heute nur durch die Stadt gehen.“

Denn dort tönte es auf vielen Bühnen: in der Kaiserpassage, wo sich viele Musikschüler auf der Bühne abwechselten, oder auf dem Friedensplatz, wo wieder vor allem Big Bands auftraten. Nach Jahren der baustellenbedingten Abstinenz war auch wieder vor dem Beethoven-Haus eine Bühne aufgebaut und zum ersten Mal war die Schlosskirche als Veranstaltungsort mit von der Partie. Hier moderierte unter anderem der Schülermanager Lukas Talaga zwischen den fliegenden Wechseln der Ensembles, machte Werbung für das Beethovenfest und vor allem für das in Eigenregie von den Schülermanagern organisierte Konzert am 8. Oktober im Telekom Forum. „Wir sind sehr dankbar für diesen Einstieg der Universität bei „Bühne frei“", so Solveig Palm am Rande, die sich über eine gut frequentierte Schlosskirche freuen konnte.

Auf dem Remigiusplatz gab es allerdings einen Wermutstropfen: Hier machten sich der Stand einer Musikschule und die von den Bürgern für Beethoven betreute Bühne akustisch Konkurrenz. Außer Musik, etwa von der Klavierklasse Susanne Kessel und einem aus Schülermanagern des Beethovenfestes bestehenden Streichquartett, gab es hier auch Informationen über die Bedeutung des Platzes als ursprünglichem Standort von Beethovens Taufkirche.