Kunst und Kultur in Bonn

Das erwartet Besucher beim achten Macke-Viertel-Fest

Bunte Vielfalt: Das Plakatmotiv zum Macke Viertel Fest.

Bonn. 21 Museen und Initiativen bitten am Sonntag, 19. Mai, zum achten Mal zum großen Macke-Viertel Fest zwischen Frankenbad und Viktoriabrücke. Der Eintriff ist frei.

Auf einmal war er da, dieser Name. Macke-Viertel. Eines der vielfältigsten und spannendsten Quartiere Bonns. Ungefähr eingegrenzt durch Bornheimer Straße, Ellerstraße, Krausfeld und Stadthaus. Dass der besondere Bonner Kiez in Sachen Kunst und Kultur aus dem Vollen schöpfen kann, wird beim Macke Viertel Fest wieder deutlich – die achte Ausgabe steigt am Sonntag, 19. Mai.

Es sind nicht weniger als 21 Museen, Institutionen, Vereine und Ateliers, die ein gemeinsames Programm bei freiem Eintritt auf die Beine stellen. "Der Name Macke-Viertel ist ganz von selbst entstanden, ohne unser Zutun", sagt Klara Drenker-Nagels, die Direktorin des Museums August Macke Haus, im GA-Gespräch. Der berühmte Maler lebte von 1887 bis 1914 und verbrachte prägende Lebensjahre in Bonn. "August Macke ist der Patron des Viertels", fährt Drenker-Nagels fort. "Ein kunterbuntes Viertel mit sehr unterschiedlichen Einrichtungen, die alle an einem Strang ziehen. Für das Fest legt sich jedes Haus in gleicher Weise ins Zeug, um ein attraktives Angebot zu präsentieren."

Die Anfänge des Festes lagen in einer gemeinsamen Demonstration gegen einen Neonazi-Aufmarsch. "Da hatte das ganze Quartier gesagt: Gegen braunes Einerlei, für bunte Vielfalt", erinnert sich die Direktorin. "Dieses Haus von August Macke und seiner Frau Elisabeth war immer ein offenes und gastfreundliches Haus – und so verstehen wir uns auch heute noch." Der jetzige Termin bedeutet übrigens exakt das Datum des Internationalen Museumstages. Wenn das Wetter mitspielt, sollen Besucher des Museums an der Ecke Bornheimer Straße/ Hochstadenring auch die Dachterrasse erklimmen können, um dort zum Beispiel einen Aperol Spritz oder ein Glas Maibowle zu genießen.

Klara Drenker-Nagels leitet drei Führungen (ab 11.30, ab 13.30 und ab 15.30 Uhr), in denen sie über die Konzeption der Dauerausstellung im Künstlerhaus und die bauliche Erweiterung informiert. Die Schauspielerin und Theaterpädagogin Ingrid Macke, Gattin von Urenkel Jan Macke, lädt zu Familienführungen (ab 14 und ab 15 Uhr) unter dem Motto "Mit Wolf auf Gratwanderung" ein.

"Wolf", so hieß August Mackes Hund, und Ingrid Macke hat eine putzige Handpuppe gleichen Namens geschaffen, die mutig und manchmal auch tollpatschige durch die Ausstellung führt. In der Fabrik 45, einen Steinwurf entfernt, wird von der Galerie Szalc eine Hommage an August Macke gezeigt, dazu gibt es Live-Musik (11 bis 18 Uhr).

Im Bonner Kunstverein locken nicht nur die aktuellen Ausstellungen, sondern auch Talk und Musik im Foyer unter dem Motto "Die Kunstschaffenden". Klezmer mit Reggae vermengt die Band Man No Run, die zusammen mit dem Kölner Trio This Girl Will Self Destruct" im Kult 41 auftritt. An gleicher Stelle gibt's noch das Theaterstück "Alles schwimmt" von Georg Buchrucker zu sehen (14 bis 18 Uhr).

Und wie ist es allgemein ums Macke-Viertel bestellt? "Durchaus positiv", findet Klara Drenker-Nagels. "Das Ganze hat an Substanz gewonnen, das Macke-Viertel entwickelt sich auch zunehmend als Kulturviertel. Es wächst zusammen – alle sind mit Enthusiasmus dabei."