Brahms-Tage in der Trinitatis-Kirche

Die Interpreten präferierten die "Fülle des Wohllauts", dem kontrolliertem Temperament ließen sie dann im Finale freien Lauf.

Bonn. Olivier Messiaens "Quatuor pour la fin du temps" ist ein singuläres Werk: Entstanden und 1941 uraufgeführt in einem sogenannten Straflager der Nationalsozialisten im schlesischen Görlitz vor 5 000 Mitgefangenen, ist es vor dem Hintergrund der grauenvollen historischen Geschehnisse inspiriert durch die Johannes-Apokalypse.

Zu erleben war das Quartett jetzt in einer mustergültig dichten Ausführung durch Cordula Merks, Violine, Robert Oberaigner, Klarinette, Oren Shevlin, Violoncello, und James Maddox, Klavier, zum Auftakt der Brahms-Tage Endenich in der gut besuchten Trinitatiskirche.

Der Reiz dieser hoch komplexen Partitur liegt im Spannungsverhältnis von Erregtheit und Ruhe. Von besonders klangschöner Innigkeit der zweite Satz für Klarinette solo, wo Oberaigner Töne aus der Stille entstehen und dorthin wieder enteilen lässt.

Maddox, der Initiator und künstlerische Leiter der Reihe, hatte an den Beginn Brahms' Klarinetten-Trio op. 114 gesetzt. Die Interpreten präferierten die "Fülle des Wohllauts", dem kontrolliertem Temperament ließen sie dann im Finale freien Lauf.