Bonner Comedian legt Senkrechtstart hin

Dave Davis stellt sich Jury und Publikum des Prix Pantheon und ist Mitglied des neuen Pantheon-Ensembles

Bonn. Motombo Umbokko ist Toilettenmann. Ja. Genau der, der die Besucher der Schnellrestaurants mit dem goldenen M erwartet, wenn sie zwischen Burgern, Fritten und Cola schnell mal die Hände waschen müssen.

Gelegenheit für ihn, sich so seine eigenen Gedanken über die Deutschen zu machen, die ihm ein paar Centstücke auf den Teller werfen. Das aber hat Dave Davis längst für ihn erledigt, denn Motombo Umbokko ist seine Figur und hat dem Comedian und Musiker aus Bonn im vergangenen Jahr einen wahren Senkrechtstart beschert.

Jetzt ist Davis für den Prix Pantheon nominiert, der am Dienstag und Mittwoch, 28. und 29. April, über die Bühne geht, und feiert am 9. September gemeinsam mit Tanja Haller, Hans Holzbecher und Massimo Tuveri die Premiere des neuen Pantheon-Ensembles.

Tickets Tickets Karten im GA-Ticket-Shop

"Das Programm wird gerade geschrieben", erzählt der 36-Jährige. Autor ist Thomas Lienenlüke, der unter anderem schon Mathias Richling mit Texten beliefert hat. Regie führt Hans Kieseier ("Stunksitzung").

Motombo Umbokko und sein Alter Ego hingegen waren eine Entdeckung, die Rainer Pause, Gründer des Ensembles, bei einem Abend der Reihe "Nightwash" gemacht hat. "Anfang des Jahres gab es dann ein Casting, und ich hatte das Glück, für das Ensemble ausgewählt zu werden", erzählt Dave Davis.

Der Titel, unter dem er und seine Mitstreiter im September antreten werden, steht noch nicht fest. Genausowenig wie der seines eigenen Solos über 90 Minuten, das am 1. Dezember im Pantheon zu sehen ist. "Motombo Umbokko wird auf jeden Fall mit dabei sein.

Aber ich möchte auch gern ein paar meiner eigenen Stücke singen." Denn Dave Davis ist auch Musiker, ausgebildeter Toningenieur und schreibt Songs. Dass es ihn auf die Bühne zieht, wusste er schon früh. 1973 wurde Davis in Köln geboren, die Familie stammt aus Uganda und "hat mich im Alter von ein paar Monaten nach Bonn verschleppt", wie er scherzhaft hinzufügt.

Nach der Schule absolvierte Dave Davis eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann und arbeitete drei Jahre bei einem großen Kölner Unternehmen. "Doch ich habe irgendwann gemerkt, dass ich nicht Tag für Tag von neun bis fünf Dinge machen will, die mit mir selbst gar nichts zu tun haben."

Also sattelte Davis um und machte an einer Kölner Schule den Bachelor in "Recording Arts". Was sich heute mit seiner Liebe zur Musik gut vereinbaren lässt. Klavier und Gitarre hat er sich selbst beigebracht. Jetzt ist das erste eigene Pop-Album im Stil von Seal und dem Café-del-Mar-Sound in Arbeit.

"Zehn Titel sollen es sein, sechs hatte ich schon Anfang 2008 fertig, als es für mich als Comedian richtig losging", ergänzt Dave Davis. "Eigentlich wollte ich nur vor 50 Leuten auftreten. Das steht auf meiner Liste der zehn Dinge, die ich unbedingt einmal im Leben gemacht haben will."

Mit 2 400 Zuschauern im Mannheimer Rosengarten hat er dieses Ziel längst mehrfach übertroffen. Und auch der bevorstehende Auftritt beim Prix Pantheon wird seinem Bekanntheitsgrad zugute kommen.

Was Davis möchte, ist, sein Publikum unterhalten, zum Lachen bringen und im offenen Spiel mit altbekannten Klischees über Schwarze hier und da durchaus auch zum Nachdenken anregen. "Das Fernsehen bietet da einen guten Anschauungsunterricht", resümiert Davis.

"Die Leute würden schließlich nicht über Motombo lachen, wenn es dieses Stereotyp nicht noch in den Köpfen gäbe." Dass sein Toilettenmann derart gut ankommt, war aber zunächst auch für Davis eine Überraschung. Eine, die er jedoch in vollen Zügen zu genießen weiß.

Prix Pantheon vom 27.-29. April. Für die Gala mit Sonderpreisträger Dieter Hallervorden gibt es noch wenige Karten, unter anderem in den GA-Ticket-Shops.