Bonner Theaternacht

100 Veranstaltungen begeistern Publikum - Neuer Besucherrekord

BONN. Unter dem Motto "Zum Glück Theater" haben der Generalintendant des Bonner Theaters, Klaus Weise, und Schirmherr Eckart von Hirschhausen am Samstagabend im Opernhaus mit einer Video-Grußbotschaft die siebte Bonner Theaternacht eröffnet.

"Als wir diese in 2007 gestartet haben, wussten wir nicht, dass es so ein Erfolg wird", sagte Weise, für den es die letzte Theaternacht in Bonn war. Der Arzt und Komiker von Hirschhausen verwies auf die Besonderheit des Mottos: "Zum Glück gibt es Theater. Gern habe ich die Schirmherrschaft unter diesem Motto übernommen. Ich kenne die Bonner Bühnen von der Bühne und vom Zuschauerraum aus, und ich schätze die Vielfalt."

Nach den Grußworten sang der Jugendchor des Bonner Theaters unter der Leitung von Ekaterina Klewitz zwei Lieder der Comedian Harmonists, und schon ging es für die Besucher in Shuttlebussen zu den 31 Startervorstellungen und mehr als 120 Kurzprogrammen. "Das ist klasse, dass es diese Busse gibt. Ich bin das dritte Mal dabei und habe bislang immer gut meine Wahlvorstellung erreicht", sagte ein Besucherin.

Mit vielen Musik-, Kabarett-, Tanz- und Schauspiel-Highlights präsentieren die Akteure ihr Können auf den Bonner Bühnen. Eine von Stattreisen Bonn ausgerichtete Theaterbusfahrt führte in die Welt der Spionage, inklusiv besonderer Begegnungen merkwürdiger Gestalten. Auf der Probebühne 1 der Oper präsentierte das junge Ensemble der Stadt Bonn Auszüge aus der Kinderoper "Best of Janoschs OH, wie schön ist Panama". Die Darsteller überzeugten nicht nur mit ihrem klaren Gesang, sondern auch durch das interaktive Spiel vor der Aufführung. So begeisterten kleine schwarze Vögel das Publikum mit Begrüßungen per Handschlag, verteilten Popkorn und stempelten auch Hände, die "zur Teilnahme an der Aufführung berechtigten". Eine Besucherin dazu: "Hier bleibe ich den ganzen Abend. Man schaut nicht nur zu, sondern ist mittendrin im Geschehen."

Mittendrin im Geschehen war auch das vorwiegend junge Publikum im Theater Pathologie, wo die Darsteller Guido Grollmann und EnnE Höhepunkte aus Bertolt Brechts Unterhaltungen in "Flüchtlingsgespräche" präsentierten. Das mit nur 25 Plätzen in den Katakomben des Cafés Pathos gelegene Theater zählt zu den Kleinsten der Stadt. Der Zuschauer ist eigentlich Teil der Bühne, wenn er den Raum betritt. Und so lauschten an diesem Abend das Publikum stehend und am Boden sitzend der Unterhaltung von Brechts Physiker Ziffel und Arbeiter Kalle, die versuchen ihr Jahrhundert in Worte zu fassen. Eine weitere Besonderheit unter den Aufführungen war die Opernfilmnacht im LVR-Landesmuseum, die dem 200. Geburtstag des Komponisten Richard Wagner in diesem Jahr gewidmet war.

Die Oper Lohengrin wurde in drei verschiedenen Inszenierungen der Bayreuther Festspiele gezeigt. Moderiert von Andreas Lösch, Leiter des Bonner Kulturamts, diskutierte das Publikum über die jeweilige Inszenierung und verglich abschließend die unterschiedlichen Aufführungen. Einen Theatergenuss der besonderen Art boten auch Ausschnitte der neuen Komödie "Wenn der Drachenfels ruft!" im Theater GaLarie Lae.

Larissa Lae und Rainer Selmann präsentierten auf vergnügliche Art Historisches sowie Geschichten aus Bonn und gaben besondere Einblicke in zwischenmenschliche Beziehungen. Ausverkauft war auch der Auftritt von Kabarettistin Sabine Wiegand im Life- und Kulturbistro Pauke. "Wenn dat Rosi zweimal klingelt" zeigte Wiegand in ihrer Paraderolle der sympathischen Ruhrpott-Perle und deren Erlebnisse und Gedanken zu alltäglichen Dingen des Lebens.

Die Theaternacht endete nach Mitternacht mit einer großen Abschlussparty im Opernhaus und mit einem neuen Besucherrekord. "Wir haben über 2500 Karten verkauft. Das gab es noch nie", freute sich Projektleiterin Susanne Schenkenberger. Die Programme seien restlos ausgebucht gewesen, auch gab es mehrfach Zusatzvorstellungen. "Beispielsweise in der Werkstatt im Opernhaus, da spielte aufgrund der großen Nachfrage das Ensemble noch bis 1.30 Uhr." Auch die Theaterparty wurde gut angenommen. "Von Jung bis Alt war alles dabei. Ein wunderbarer Treffpunkt", freute sich Schenkenberger und resümierte abschließend: "Die Bonner nehmen ihr Theater wirklich gern an, wir sind sehr glücklich."

Glückserlebnisse
Erstmals konnten Besucher der Theaternacht ihre ganz persönlichen Glückserlebnisse des Abends auf Postkarten, die in allen Theatern auslagen, sowie im Internet unter www.bonnertheaternacht.de niederschreiben. Die Idee stammt von Eckart von Hirschhausen, der Einsendeschluss ist heute. Die schönsten Glücksmomente werden am Montag, 6. Mai , ab 19.30 Uhr im Opernhaus bei einer Soirée mit Klaus Weise und Eckart von Hirschhausen präsentiert. Für die besten Einsendungen lädt der Schirmherr der Theaternacht die Gewinner zur Premiere seines neuen Programms "Wunderheiler" am 4. November ein. Das Theater Bonn verlost zudem 3 x 2 Eintrittskarten für diesen Abend, außerdem gibt es ein Jahresabonnement der Theatergemeinde Bonn zu gewinnen.