Terror in Kopenhagen - Überall möglich

BERLIN. Die Einschläge kommen näher. Paris und Brüssel im Januar, Kopenhagen im Februar. Welche mitteleuropäische Stadt ist die nächste, in der islamistische Terroristen losschlagen?

Nicht erst die Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig, der vermutlich ein konkreter Hinweis der Sicherheitsbehörden vorausging, macht den Deutschen deutlich: Auch hierzulande sind mögliche Täter. Wer eine offene und freie Gesellschaft will, wie wir sie haben, kann derartige Amokläufe derzeit nicht ausschließen.

Zwei Einsichten drängen sich aber auf: Zum einen ist es nicht nur Glück zu verdanken, dass Deutschland bislang verschont geblieben ist, sondern ganz erheblich der hervorragenden Arbeit der Sicherheitsbehörden. Erst vor wenigen Tagen ist dem Vernehmen nach in Berlin eine sehr brenzlige Situation durch die gezielte Festnahme eines Gefährders entschärft worden.

Daraus folgt zum Zweiten: Die Forderung von Linken und Grünen, den Verfassungsschutz aufzulösen, ist naiv und gefährlich. Und dabei kommt es nicht nur auf den Bund an. Der Geheimdienst ist auch föderal organisiert. Die neue Regierung in Thüringen hatte versprochen, V-Leute abzuschalten.

Man kann nur hoffen, dass das Vorhaben noch nicht umgesetzt ist. Von den NSU-Morden weiß man, dass immer wieder die Zusammenarbeit zwischen den Landesverfassungsschutzbehörden mangelhaft war. So etwas darf sich in Zeiten der Bedrohung durch islamistisch motivierte Wirrköpfe nicht wiederholen. Jetzt müssen alle Behörden an einem Strang ziehen.