Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Bonn. Verführerisch duften die Kohlrouladen, das Kartoffelpüree mit Speck lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. "Angerichtet auf den weißen Porzellantellern würde niemand denken, dass die Gerichte bei uns im Haus nur noch fertig gekocht und nicht frisch zubereitet werden", sagt Michael Löffler, Sozialarbeiter im Tenten- Haus der Begegnung in Beuel, das zur Vereinigten Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag) gehört.
Vor einiger Zeit habe man versucht, den Mittagstisch in der Cafeteria auf frisch gekochte Gerichte umzustellen. "Der Versuch scheiterte. Unsere Gäste schätzen die Vielfalt und Qualität unserer Zulieferer", sagt er. 43 Gerichte finden sich momentan auf der Speisekarte der Cafeteria des Seniorenhauses. "Es werden sowohl kleine als auch größere Gerichte angeboten. Möglich ist zudem, Portionen noch vor der Zubereitung teilen zu lassen, um sie an zwei Tagen zu essen", erklärt Löffler. Geliefert werden die Gerichte halbgegart und tiefgekühlt in Aluminiumschalen von der Firma Hofmann Menü.
"Eine Stunde bevor das Mittagessen beginnt, garen sie im Konvektomaten." Dieses Gerät ist eine Art Kombidämpfer, der sowohl mit Wasserdampf als auch Heißluft die Gerichte schonend gart. In gemütlicher, heller Atmosphäre essen nicht nur Bewohner des Tenten-Hauses, sondern auch etliche Nachbarn und Gäste aus der näheren Umgebung. "Täglich bereiten wir durchschnittlich 30 Gerichte zu. Etwa ein Drittel unserer Gäste kommt von außerhalb", sagt Löffler. Um nicht allein den Gaumen, sondern auch das Auge zu erfreue, stellen regionale Künstler in wechselnden Ausstellungen ihre Werke aus.
Betrieben wird die Cafeteria von der Einrichtung selber. "Mit Swetlana Kister, Larissa Kloss und Maria Span haben wir drei Angestellte. Ihnen helfen abwechselnd je nach Bedarf vier Ehrenamtliche bei der Zubereitung und Ausgabe des Essens", berichtet Löffler.
"Ich esse etwa zweimal die Woche hier und bin immer sehr zufrieden. Heute gab es Hühnchen mit buntem Gemüse, das wieder sehr lecker war", lobt Gertrud Kessel. Neben dem Mittagstisch werden in der Cafeteria auch Desserts und selbst gemachte Kleinigkeiten angeboten. "Wir bieten jeden zweiten Dienstag im Monat Russenei an", sagt Löffler. Der Renner sind Sahneheringsfilets mit frischen Pellkartoffeln am Freitag. "Da haben wir meist volles Haus, und sicher die Hälfte der Gäste kommt von außen."
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Artikel vom 09.11.2010