GA Sommergarten

Russen-Tango auf dem Kunsthallendach

Ein Musiker von HotStopBanda animiert die Gäste im GA-Sommergarten mit vollem Körpereinsatz. FOTO: THOMAS KÖLSCH

Ein Musiker von HotStopBanda animiert die Gäste im GA-Sommergarten mit vollem Körpereinsatz. FOTO: THOMAS KÖLSCH

Bonn. Die Band HopStopBanda zeigt zum Abschluss der Konzertreihe, was ausgelassene Stimmung ist.

Ein Teil Punkpolka und ein Teil Russen-Disco, dazu ein ordentlicher Schuss Anarchie und jede Menge gute Laune: Mit diesem Erfolgsrezept ist die Multikulti-Ostblock-Combo HopStopBanda seit Jahren ein Garant für ausgelassene Partys der besonderen Art. Zum Abschluss des GA-Sommergartens hat das verrückte Quintett einmal mehr auf dem Dach der Bundeskunsthalle Vollgas gegeben und das Publikum mit ihrem Straßenkötercharme und ihrer eigenwilligen Mischung aus jiddischem Liedgut, ukrainischen Volksliedern, orientalischen Harmonien und bärbeißigem Sowjet-Tango auf die Tanzfläche gelockt.

Viele Besucher konnten und wollten bei dem mehrsprachigen und stilübergreifenden Kauderwelsch, einfach nicht die Füße stillhalten. Wie auch: Fetzige Rhythmen aus allen Teilen der Welt fusionierten in den Händen der fünf Virtuosen zu etwas Einzigartigem. Latino-Songs, Hippie-Weisen oder auch Gangster-Swing aus dem Odessa der 1920er Jahre, alles natürlich notfalls russifiziert und zugleich ein Beweis für die Farbenpracht der Formation. Diese kam beim GA-Sommergarten hervorragend an, zumal das Quintett um Trommler Sava Freudenfeld mit allerlei Anekdoten zu unterhalten wusste. Dazu gesellten sich ein paar Russisch-Lektionen, sowohl für das Publikum, als auch für den inzwischen hundertprozentig integrierten Chilenen Sergio Terán, der als Sergej mit Saxofon und Querflöte wunderschöne Akzente setzte und dabei auch die eine oder andere Eigenkomposition beisteuerte.

Der GA-Sommergarten hat sich in diesem Jahr wieder als Zuschauermagnet erwiesen, mit mehr als 700 Besuchern pro Konzert. Auch im kommenden Jahr wird die Reihe weitergehen und das Open-Air-Konzertangebot der Stadt bereichern. Vielfalt wird dabei weiterhin auf dem Programm stehen, ebenso wie eine Mischung aus bereits etablierten Formationen und neuen, aufregenden Bands. Die Freunde guter Musik dürfen sich also getrost überraschen lassen.