Fiesta auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Mariachi-Hymnen und Tequila-Pausen beim GA-Sommergarten

Beim GA-Sommergarten standen diesmal mexikanische Rhytmen und Klänge im Mittelpunkt.

Beim GA-Sommergarten standen diesmal mexikanische Rhytmen und Klänge im Mittelpunkt.

Bonn. Große Sombreros und Gitarren auf dem Dach der Bundeskunsthalle: Alma de Mexico haben den GA-Sommergarten in eine einzige Fiesta verwandelt - und dabei alle Blick auf sich gezogen.

Ein bisschen Klischee muss schon sein. Oder das, was gerne mal als solches abgetan wird. „La Cucaracha“ gilt wahrscheinlich als DAS mexikanische Volkslied schlechthin, die Melodie kennt jeder. Kein Wunder also, dass Alma de Mexico diese bei ihrem Auftritt auf dem zu einem Spielplatz mutierten Dach der Bundeskunsthalle ebenfalls anstimmt. Die Mariachi-Formation, die mit ihrem Konzert den diesjährigen GA-Sommergarten eröffnet, hat sich ohnehin auf die Fahnen geschrieben, die bekanntesten Musikstücke ihrer Heimat zu präsentieren und der sonntäglichen Schwüle einen gewissen Fiesta-Flair an die Seite zu stellen.

Das Quintett um den Choreographen, Sänger und Perkussionisten Miguel Angel Zermeño, der mit seinen schweren Stiefeln auf einer harten Holzplatte den Rhythmus vorgibt und dabei wie eine Mischung aus Stepptänzer und Cowboy wirkt, spielt die populären Melodien mit bemerkenswerter Lässigkeit. Nur nicht hetzen, schon gar nicht bei diesem Wetter. Eine gute Entscheidung. Zumal Alma de Mexico auch so alle Blicke auf sich ziehen: Die schwarzen Hosen und Westen mit den silbernen Metall-Verzierungen und die großen Sombreros wirken, ebenso wie die kontinuierliche Einbeziehung der rund 700 Gäste auf dem Dach.

Die erhalten sogar Besuch von der Band, die auch ohne Verstärkung für Stimmung sorgt. Zugegeben, mit „Guantanamera“ gehen die Musiker fremd, wandeln mal auf kubanischen statt auf mexikanischen Pfaden, aber das ist in diesem Moment Nebensache. Schön ist auch, dass Zermeño ein Tänzchen mit einer jungen Dame aus dem Publikum wagt oder dass Alma de Mexico nach einer von mehreren „Tequila-Pausen“ kurzerhand einen weiteren Sänger und eine junge Geigerin für zwei Songs auf die Bühne holt. Ein sympathischer Zug, der beim Publikum gut ankommt.

Der Auftakt zum GA-Sommergarten mit seinen insgesamt sechs kostenlosen Konzerten ist somit geglückt. Im Gegensatz zum sonst üblichen Rhythmus dauert es nun allerdings drei Wochen, bevor mit Marco Marchi and the Mojo Workers eine Bluesband aus dem Tessin zum wiederholten Mal nach Bonn kommt. Am 1. Juli geht es dann wie gewohnt von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr auf dem Dach der Bundeskunsthalle weiter.