Büchse, Bank oder SMS - Spenden ist auf vielen Wegen möglich

Berlin.  Geben ist seliger denn Nehmen - diesen Bibelgrundsatz nehmen viele Bürger ernst. Vor allem in der Vorweihnachtszeit spenden viele Menschen. Die Möglichkeiten, sein Geld zu verteilen, sind vielfältig. Nicht bei jeder kommt die Spende wirklich an.
Besonders in der Vorweihnachtszeit halten viele Spendenorganisationen die Hände auf. Vor dem Geben sollten Spender aber genau hinsehen, ob die Organisation seriös ist. Foto: Franziska Koark
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Besonders in der Vorweihnachtszeit halten viele Spendenorganisationen die Hände auf. Vor dem Geben sollten Spender aber genau hinsehen, ob die Organisation seriös ist. Foto: Franziska Koark Foto: DPA

Die Deutschen geben gerne. Rund 6 Milliarden Euro haben die Bundesbürger 2011 nach Schätzungen des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) an karitative Vereine oder Hilfsorganisationen gespendet. Die Möglichkeiten dazu haben sich in den vergangenen Jahren erweitert. Ein Überblick:

Barspenden: In früheren Jahren ein gewohnter Anblick, heute immer seltener anzutreffen: die Sammeldose auf der Straße. "Diese Form hat an Bedeutung verloren", sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des DZI. Die Abschaffung der staatlichen Spendenaufsicht in den meisten Bundesländern hat Straßensammlungen deutlich unsicherer gemacht.

"Wer auf der Straße Spenden sammeln will, braucht dafür in den meisten Bundesländern keine Genehmigung", erklärt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Spender können also nicht sicher sein, ob sie mit ihrem Geld wirklich Gutes tun. "Niemand sollte sich unter Druck setzen lassen", empfiehlt Winkelmann. Auch wenn die Spendensammler mit Bildern von hungernden Kindern versuchen, Emotionen zu wecken, sollten Verbraucher vorsichtig sein.

Überweisung: Der Klassiker unter den Spendenformen ist die Banküberweisung. Der Verbraucher kann sich die Organisation aussuchen, der er Geld zukommen lassen möchte. Allerdings sollten Spender auch hier genau hinsehen, denn auch auf diesem Weg versuchen immer wieder unseriöse Organisationen an Geld zu kommen, sagt Wilke.

Wer einen Spendenaufruf mit Geschenken wie einem Schreibset samt ausgefülltem Überweisungsträger bekommt, sollte misstrauisch werden. "Denn dann hat man sofort das Gefühl, man ist verpflichtet, etwas zurückzugeben", sagt Wilke. Auch wenn in dem Schreiben Zeitdruck aufgebaut wird oder es den Empfängern Schuldgefühle einredet, sollten Spender wachsam sein. "Lassen Sie sich nicht zum Spenden drängen."

Online-Spende: Nahezu jede Hilfsorganisation verfügt über eine Homepage. "Hier werden den Nutzern verschiedene Möglichkeiten geboten, Geld zu spenden", erklärt Wilke. Hier findet man die Angaben zum Spendenkonto oder kann ein Lastschrift-Formular ausfüllen. Manche bieten eine Spende über Bezahlsysteme wie PayPal an. "Ist die Organisation seriös, dann ist auch die Online-Spende an sie sicher."

Der Vorteil des Internets: "Die Verbraucher können die Organisation hier auf ihre Seriosität direkt prüfen", sagt Verbraucherschützerin Winkelmann. "Auf der Homepage findet man zum Beispiel das Siegel, welches das DZI an vertrauenswürdige Institutionen vergibt." Auch Jahresberichte seien hier oft zu finden. Dort könnten Verbraucher nachlesen, wohin die Spenden geflossen sind.

Spendenportale im Internet: Nicht nur Hilfsorganisationen selbst werben im Internet um Spenden, auch Online-Portale wie Helpdirect oder Betterplace haben sich inzwischen etabliert. "Sie sind wie Vermittler, die sich zwischen Spender und Organisation oder Projekt geschaltet haben", erklärt Wilke. Hier können Spender entweder zu bestimmten Themen Geld geben oder direkt Organisationen erreichen.

"Die Portale können eine Entscheidungshilfe geben, tun das aber auf sehr unterschiedliche Weise", sagt Wilke. Spender können gezielt nach speziellen Organisationen und Projekten suchen, die sie im Internet sonst nicht so einfach finden würden. Allerdings haben die Portale auch eigene Kosten: Sie bitten im Spendenformular um einen freiwilligen Obolus von bis zu 15 Prozent des Spendenbetrags.

SMS: Viele Organisationen bieten inzwischen Spenden per SMS an. "Damit sollen vor allem jüngere Menschen zum Geben animiert werden", sagt Wilke. Das Prinzip ist einfach: Der Spender schickt eine Kurznachricht mit einem Stichwort an eine Nummer. Die Spende wird über die Telefonrechnung eingezogen und weitergeleitet. Auch bei dieser Form gilt: Vor der Spende sollte der Verbraucher prüfen, ob die Organisation seriös ist. Trägt sie das Spendensiegel des DZI? Ist sie eine große, bekannte und anerkannte Organisation? Wer diese Fragen mit Ja beantwortet, kann sicher sein.

Egal ob Überweisung, Spendenplattform oder SMS - eines gilt für all diese Spenden: Sie sind von der Steuer absetzbar, sagt Martina Bruse vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin. "Bei Einzelspenden unter 200 Euro reicht der Kontoauszug oder der Beleg vom Überweisungsträger", sagt Bruse. Erst wenn die einzelne Spende über 200 Euro liegt, ist eine Spendenquittung nötig.

Informationen: Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Tipps zum sicheren Spenden zusammengestellt (als PDF).

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