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Diese Mythen und Sagen gibt es im Rheinland

Der Drachenfels.

Um den Drachenfels ranken sich gleich mehrere Legenden.

Bonn/Region. Außerirdische im Kottenforst, unglücklich Verliebte am Rolandsbogen und kleine Helferlein in Köln: Zahlreiche Mythen und Sagen gibt es im Rheinland.

Zeichen der Liebe, Gerüchte von Goldschätzen und tollkühne Drachenkämpfer. Zahlreiche Legenden, Mythen und Sagen ziehen sich durch das Rheinland. Wir haben einen Überblick über die Erzählungen zusammengestellt.

1 Der Drache vom Drachenfels

Märchenhaft klingen die meisten Orte im Siebengebirge ohnehin: Wolkenburg, Löwenburg, Nonnenstromberg, Einsiedlertal, Auge Gottes oder Rosenau. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch der Drachenfels von zahlreichen Legenden umgeben ist. Bereits im Mittelalter sollen sich die Erzählungen von einem grausamen Drachen im Siebengebirge verbreitet haben.

Einer dieser Mythen verbindet den Drachenfels etwa mit der Nibelungensage. Hoch oben im Siebengebirge soll der tapfere Siegfried seinen berühmten Kampf gegen den furchteinflößenden Drachen ausgetragen haben. Doch ob der Drachenfels tatsächlich Schauplatz dieses Triumphes gewesen ist, lässt sich nicht nachweisen.

Eine weitere Sage berichtet von einer jungen Christin, die dem Drachen als Opfer zum Fraß vorgeworfen werden sollte. Doch ein Kreuz, das ihr um den Hals hing, rettete sie, denn der Drache stürzte sich bei diesem Anblick hinab in den Strom.

Erneut Sorge um Standsicherheit am Drachenfels.

Ob Siegfried an dieser Stelle einen Drachen besiegte?

2 Der "Sibbeschuss" im Kottenforst

Der Siebenschussstein, volkstümlich auch "Sibbeschuss" genannt, ist ein Denkmal im Kottenforst, das einen tanzenden Hasen zeigt. Dieser Hase soll bei einer Triebjagd im Jahr 1888 gleich sieben Jäger ausgetrickst haben, indem er ihren Schüssen leichtfüßig auswich und sich ins dichte Unterholz rettete.

Ursprünglich war das Denkmal im Kottenforst ein unbeschrifteter Grenzstein. Auf diesen zeichnete jedoch ein Unbekannter einen Hasen mit blauer Farbe auf, bevor der Stein im Jahr 1973 bei Bauarbeiten abhanden kam. 1978 beschloss die Buschhovener CDU schließlich, ein neues Denkmal anfertigen zu lassen. Dieser neue „Sibbeschuss“ ist bis heute fest im Boden verankert. 1985 tauchte auch der alte Stein zufällig wieder auf. Dieser ist heute in die Wand am Stall des Forsthauses Buschhoven eingemauert.

3 Das Rheingold in Rheinbach

Unter einer Pferdekoppel in Rheinbach soll ein Goldschatz vergraben sein. Was die Bewohner von Rheinbach selbst als Ammenmärchen abtun, hält sich dennoch als hartnäckiges Gerücht in der Region und darüber hinaus.

So ist ein Steuerberater aus München etwa überzeugt davon, dass der sagenumwobene Nibelungenschatz in Rheinbach tief unter der Erde im Stadtteil Loch vergraben liegt und nur auf seine Entdeckung wartet. 144 Wagenladungen voll Gold sollen dem Finder zu ewigem Ruhm und Reichtum verhelfen.

4 Der Eiserne Mann im Kottenforst

Etwa acht Kilometer oberhalb von Roisdorf steht im Kottenforst ein meterhoher Eisenpfahl an der Kreuzung von fünf Waldwegen. Einst soll erfolglos versucht worden sein, diesen "Eisernen Mann", volkstümlich auch "Isere Mann" genannt, mit einem Traktor aus dem Boden zu ziehen. Behauptungen zufolge steckt er mehr als 28 Meter tief im Erdboden, tatsächlich sind es aber nur 1,50 Meter.

Ein regionaler Mythos besagt, dass sich dieser Pfahl drei Mal um sich selbst dreht, sobald die Glocke der Heimerzheimer Pfarrkirche um Mitternacht schlägt. Auch hält sich die Legende, dass der Eiserne Mann das Geschenk von außerirdischen Göttern eines fernen Planeten sei.

Erstmals tauchte der Pfahl aus Eisenerz in einer Urkunde von 1625 auf. Damals markierte er eine Dorfgrenze.

An der Kreuzung von fünf Waldwegen steht der "Eiserne Mann" im Kottenforst.

5 Die Liebenden vom Rolandsbogen

Der Rolandsbogen ist benannt nach dem Ritter und Grafen Roland, welcher der Neffe von Karl dem Großen gewesen ist. Eine Legende besagt, dass Roland unsterblich verliebt war in die schöne Hildegunde. Die beiden verlobten sich. Kurz danach musste Roland jedoch in einen Kampf nach Spanien ziehen. Monatelang wartete Hildegunde auf seine Rückkehr, bis sie die Nachricht vom Tod ihres zukünftigen Gemahlen erreichte. In tiefer Trauer legte Hildegunde ein Gelübde ab und zog als Nonne in das Kloster auf der Insel Nonnenwerth.

Doch Ritter Roland starb keineswegs in der Schlacht. Unversehrt kehrte er nach einem Jahr zurück, um sodann zu erfahren, dass seine Geliebte nun unerreichbar für ihn im Kloster lebt. So nah und doch auf ewig voneinander getrennt, konnten die Liebenden sich fortan nur noch aus der Ferne ansehen.

Auch heute noch erinnert der Rolandsbogen an diese Geschichte und ist schon von weitem in Rolandseck zu sehen.

So kennt man ihn heute: der Rolandsbogen.

6 Der heilige Alderikus von Füssenich

Der Mönch Alderikus, auch Alderich genannt, lebte vermutlich um 1200 in Füssenich bei Zülpich. Eine Legende besagt, dass der fromme Laienbruder eigentlich einer französischen Königsfamilie entstammte.

Erzählt wird, dass Alderikus eines Tages Schafe über eine Weide trieb und dabei mit seinem Hirtenstock in den Boden stieß. Sogleich soll dort eine Trinkwasserquelle entsprungen sein. Heute ist an dieser Stelle die Sankt-Alderikus-Kapelle errichtet, die als Wallfahrtsort gilt.

Alderikus wurde nach seinem Tod heiliggesprochen. Er starb im Alter von 20 Jahren.

7 Die Heinzelmännchen aus Köln

Sie trugen rote Zipfelmützen und zeigten sich nur nachts, wenn sie niemand beobachten konnte. Einer Legende zufolge gab es in Köln vor langer Zeit die sogenannten Heinzelmännchen. Diese übernahmen bei Dunkelheit fleißig die Arbeit der Menschen und richteten deren Wohnungen und Häuser her.

Ihren Ursprung finden diese Heinzelmännchen in einer Erzählung, die bereits im 19. Jahrhundert mündlich überliefert wurde. 1836 wurde sie von August Kopisch schließlich in eine dichterische Fassung gebracht und hält sich seitdem unter den beliebtesten Sagen aus Köln.

Die Heinzelmännchen von Köln, hier verewigt in einem Bilderbuch, gehören zu den Wahrzeichen der Domstadt. Ebenso wie der kölsche Dialekt, für den es seit über 60 Jahren ein eigenes Wörterbuch gibt.

Die Heinzelmännchen von Köln, hier verewigt in einem Bilderbuch, gehören zu den Wahrzeichen der Domstadt.

8 Jan und Griet aus Köln

Es ist eine Liebesgeschichte ohne glücklichen Ausgang. Während des Dreißigjährigen Krieges verliebt sich der arme Knecht Jan in eine Magd namens Griet. Er umwirbt sie und hält schließlich um ihre Hand an. Doch weil Griet keinen mittellosen Mann heiraten will, weist sie Jan ab. Mit gebrochenem Herzen zieht dieser in den Krieg, wird zum General und erlangt Ruhm und Ehre.

Als Jan nach einiger Zeit siegreich nach Köln zurückkehrt, trifft er Griet auf dem Markt, wo sie Obst verkauft. Jan zieht seinen Hut vor der jungen Frau und äußert: Griet, wer et hätt jedonn!" (Griet, wer es damals getan hätte!), woraufhin sie antwortet: „Jan, wer et hätt jewoss!" (Jan, wer es damals gewusst hätte!).

Die Sage von Jan und Griet wird jährlich an Weiberfastnacht in Köln nachgespielt. Die Geschichte soll auf das Leben des Johann von Werth zurückgehen, der 1591 in Büttgen am Niederrhein geboren wurde.

Der kölsche Ausruf „Wer et hätt jewoss, der et hätt jedonn!" bezeichnet auch heute noch eine nicht genutzte Gelegenheit.

9 Die goldene Wiege im Tomberge

Auf der Tomburg sollen vor langen Zeiten ein Graf und eine Gräfin gewohnt haben, die ein wunderschönes Kind hatten. Das Paar liebte sein Kind so sehr, dass sie ihm eine goldene Wiege anfertigen ließen. Doch kaum war die Wiege gebaut, wurde das Kind krank und starb. Untröstlich beweinte die Mutter ihren verstorbenen Liebling, bis ihr Mann die Wiege fortschaffte, um seine Frau nicht länger an den traurigen Tod zu erinnern. So kam es, dass die Wiege in den tiefen Schlossbrunnen geworfen wurde.

Nach langer Zeit starben Graf und Gräfin und die Burg zerfiel. Noch heute aber soll die goldene Wiege im Brunnen liegen. Viele haben versucht, sie herauszuholen, doch konnte es niemanden gelingen. Denn während der Schatz geborgen wird, darf kein einziges Wort gesprochen werden, sonst stürzt die Wiege in die Tiefe zurück. Wem es gelingt, den Goldschatz zu heben, dem solle auf ewig Reichtum gebühren.

Diese Sage von der goldenen Wiege wurde uns von GA-Leserin Sabine Wetter zugeschickt.

 

Es handelt sich hierbei um eine Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat oder objektiven Kriterien gefolgt wäre. Fehlt eine Sage oder Legende in der Auflistung? Schicken Sie uns eine Email an online@ga-bonn.de.