Pützchens Markt ist zu Ende

So läuft der Abbau der Fahrgeschäfte

Ein Kran hebt eines der fünf Tonnen schweren Sitzelemente des Freefall Towers „Goldmine Tower“ empor.

Ein Kran hebt eines der fünf Tonnen schweren Sitzelemente des Freefall Towers „Goldmine Tower“ empor.

Pützchen. Die Schausteller von Pützchens Markt bauen derzeit die zahlreichen Fahrgeschäfte in Beuel ab. Im vergangenen Jahr war es beim Abbau des Riesenrades zu einem tödlichen Unfall gekommen.

Etwa zwölf Stunden dauert es, bis der 80 Meter hohe Freefall Tower „Goldmine Tower“ komplett abgebaut und auf dem Lkw verstaut ist. Inhaber Ad Ordelman überwacht am Mittwochmorgen die Arbeiten vom Boden aus und gibt immer wieder Anweisungen auf Holländisch.

Seit 7 Uhr sind er und sein Team mit dem Abbau und Abtransport des Fahrgeschäfts vom Pützchens Marktgelände beschäftigt. Einige Schausteller und Imbissbudenbetreiber haben bereits in der Nacht, unmittelbar nach Ende der Großkirmes ihre Attraktionen demontiert. So stehen am Mittwochmorgen vornehmlich noch die Karussellriesen auf dem Areal. Rangiergeräusche und das Hämmern von Metall hallen dennoch über den Platz.

„Wir brauchen ungefähr bis sieben Uhr heute Abend“, sagt Ordelman. Seine Mitarbeiter sind mit Klettergurten an der Plattform gesichert, die den Turm abfährt. Die Arbeiter auf dem Boden tragen Helme und Sicherheitsschuhe. Nach und nach wird der Turm von unten her in Einzelteile zerlegt. Ein mobiler Lkw-Kran trennt zunächst einen Rundbogen mit den Sitzen ab und hebt ihn auf die Ladefläche. „Fünf Tonnen wiegt so ein Element“, erklärt Ordelman. Ein Passant macht noch schnell ein Erinnerungsfoto, bevor der Tower kontinuierlich verschwindet. Für das Team geht es am Abend zur nächsten Kirmes – dieses Mal in ihrer niederländischen Heimat.

Ein Anwohner, der gerade mit der Brötchentüte vom Bäcker kommt, bleibt angesichts des Schauspiels in der Luft fasziniert stehen: Die Achterbahn „Wilde Maus“ wird Stück für Stück von einem Kran abgetragen, Arbeiter klettern in dem weißen Gerippe herum. Ein paar Meter weiter liegt die Riesenschaukel „Nessy“ schon komplett zusammengeklappt auf einem Lkw fertig zum Abtransport.

Etwas länger brauchen Emil Lehmann und seine Mitarbeiter an der „Geisterschlange“: Während außen die Platten abgetragen werden, stehen innen noch die Figuren der Geisterbahn – ein roter King Kong und eine Geisterlady. Stangen und Planen werden von der oberen Etage nach unten durchgereicht. „Morgen Abend wird alles abgebaut sein“, schätzt Lehmann.

Zwölf Lkws braucht er, um die Attraktion zu verstauen. Dabei helfen fünf eigene Mitarbeiter und vier Aushilfen. „Wenn man das Gerüst umlegt, müssen die Leute mit Sicherheitsgurten angeschnallt sein“, erklärt der Inhaber. Nur noch länger wird das Bayernzelt stehen bleiben. Der Geldautomat ist schon außer Betrieb, weiter drinnen wird an diesem Morgen die Technik abgebaut. Zehn Helfer sind damit den ganzen Tag über beschäftigt.

„Für ein Bayernzelt ist es ziemlich viel Technik“, sagt Teamleiter und Veranstaltungstechniker Fabian Buschmann. Das eigentliche Zelt wird dann erst ab Ende der Woche mit mehr als einem Dutzend Helfern abgebaut. „Ein kleiner Trupp kommt heute und macht die Deko und die Blumen weg“, erklärt Patricia Schmitz vom Bayernzelt.

Aber auch in diesem Jahr sieht man Arbeiter auf dem Areal, die ohne Sicherung in den Metallgerüsten der Fahrgeschäfte herumklettern. Im vergangenen Jahr war es beim Abbau des Riesenrades zu einem tödlichen Unfall gekommen. Ein 31-jähriger Arbeiter war aus 30 Metern abgestürzt.