Schutz vor Anschlägen

Lkw-Sperren und Betonblöcke sichern Pützchens Markt

Harald Borchert (l.) und Gerd Mainzer arbeiten eng zusammen, um die Sicherheit auf Pützchens Markt zu gewährleisten.

Harald Borchert (l.) und Gerd Mainzer arbeiten eng zusammen, um die Sicherheit auf Pützchens Markt zu gewährleisten.

Beuel. Mehr als 100 Polizeibeamte, viele Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie Lkw-Sperren und Betonblöcke. Das sind die Sicherheitsmaßnahmen auf Pützchens Markt.

Der terroristische Anschlag im August auf den Ramblas in Barcelona hat Auswirkungen auch auf den 650. Pützchens Markt (8. bis 12. September). Vertreter der Polizei und der Stadt Bonn kommen seit Wochen regelmäßig zusammen, beratschlagen und aktualisieren das Sicherheitskonzept für das Jubiläums-Volksfest. „Das Festgelände von Pützchens Markt kann im Gegensatz zu den Münchner Oktoberfestwiesen nicht eingezäunt werden, weil zu viele bebaute Grundstücke und damit nahezu endlose Zugänge zum Kirmesgelände existieren“, erklärte Polizei-Einsatzleiter Gerd Mainzer in einem Gespräch mit dem GA.

Und weil die Örtlichkeit so unübersichtlich ist, halten die Sicherheitskräfte am bewährten Konzept fest: Eine starke Präsenz vor Ort soll den Kirmesbesuchern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. „Im vergangenen Jahr sind wir aufgrund der Ereignisse zum Beispiel in Nizza dazu übergegangen, die Hauptzufahrtswege zum Festgelände mit schweren Lastwagen des Technischen Hilfswerks zu versperren. Die THW-Fahrzeuge sind so groß, dass sie eine nahezu unüberwindliche Hürde darstellen“, sagte Mainzer. Allerdings werden nach Absprache mit dem Ordnungsamt der Stadt Bonn und dem Pützchener Marktleiter Harald Borchert zusätzlich schwere Betonblöcke an Zufahrtsstraßen aufgestellt.

Doppelstreifen kommen wieder zum Einsatz

„Wir haben die Standorte mit der Polizei detailliert besprochen, aber wir werden die davon betroffenen Straßen vor der Eröffnung der Kirmes nicht bekannt geben“, sagte Borchert beim jüngsten Rundgang über das Festgelände. An den strategisch wichtigen Eingängen wird die Polizei zudem speziell ausgerüstete Kräfte mit Schnellfeuerwaffen postieren, um im Ernstfall unverzüglich entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können. „Alle im Einsatz befindlichen Polizeibeamten – und das werden täglich deutlich mehr als 100 Kollegen sein – werden in den Dienstbesprechungen instruiert, wie wir als Polizei bei gewissen Szenarien vorgehen werden“, sagte Mainzer, der zum vierten und letzten Mal für die Sicherheit auf Pützchens Markt verantwortlich ist.

 

Ende des Monats geht der Erste Polizeihauptkommissar in Ruhestand. Die 2016 von den Besuchern gern gesehenen Doppelstreifen kommen auch dieses Mal wieder zum Einsatz: Jeweils zwei Polizisten und zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts werden in Uniform und Schutzwesten als „Vierer-Streife“ über den Jahrmarkt patrouillieren.

Von diesen Teams werden gleichzeitig mehrere unterwegs sein. „Präsenz auf dem Platz schreckt auch Handtaschendiebe ab“, so Mainzer. Gesteuert werden alle Sicherheitskräfte von der Einsatzzentrale in der Marktschule. Dort wird für die Dauer der Kirmes eine Leitstelle für Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Sanitätsdienste eingerichtet. „Wir arbeiten auch mit Bundespolizei, Schaustellern und Sicherheitsdiensten zusammen“, sagte Mainzer, der bereits 70 Betretungsverbote für Personen ausgesprochen hat, die in jüngster Vergangenheit wegen verschiedener Delikte aufgefallen sind.

Weitere Informationen zu Pützchens Markt finden Sie unter ga-bonn.de/puema.