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Liebe auf den ersten Blick
Von Udo Kaminski
Eine Flugpatenschaft als Bindeglied zwischen einem ausländischen Tierheim und zukünftigen Tierbesitzern war uns vor Antritt unserer Reise nach Andalusien nicht bekannt.
Kann man diesen Augen widerstehen? Unsere GA-Familie konnte nicht . . . Foto: Martin Gausmann
Sinzig. Eine Flugpatenschaft als Bindeglied zwischen einem ausländischen Tierheim und zukünftigen Tierbesitzern war uns vor Antritt unserer Reise nach Andalusien nicht bekannt. Davon erfuhr wir erst am ersten Urlaubstag von der Reiseleitung, als diese ihr Programm vorstellte. Per Zufall entdeckten wir dabei einen Hinweis, Tiere bei dem Rückflug für vorgemerkte Tierbesitzer mitnehmen zu können.
Am Stadtrand von Torremolinos lag ein Tierheim, ein "Parque animal", wie die Spanier sagen. Mit einem Kurzbesuch wollten wir klären, ob es auch von dort möglich sei, ein Tier mit nach Deutschland zu nehmen. Dies sei kein Problem, wie die Tierheimleiterin zu verstehen gab. Der genaue Ablaufplan folgte später. Zunächst durften wir das Tierheim erkunden.
Zwei Familienmitglieder verliebten sich auf Anhieb in einen fünf Monate alten schwarzen Mischlingshund. Der Familienrat wurde einberufen und überlegt, ob nicht sogar ein eigener Hund den Alltag bereichern würde. Es sollte keine Bauchentscheidung sein, sondern gut durchdacht sein.
Die Entscheidung fiel nach fünf Tagen. Der Hund sollte mit. Spontan und unkompliziert, wie sich im Nachhinein herausstellte. Die Reiseleitung sprach mit dem Tierschutzverein vor Ort und organisatorische Hilfe wurde zugesagt. Ein paar eigene Mails zum Remagener Tierheim für weitere Informationen bestärkten uns in dem Vorhaben.
Der noch namenlose Tierheimbewohner wurde in den verbleibenden Urlaubstagen geimpft, mit einem Chip und einem Pass versehen. Doch nicht alle Fluggesellschaften nehmen Tiere mit. Wir hatten Glück: Condor ist eine der Gesellschaften, die beseelte Tierboxen transportieren und mit ihr sollte der Rückflug von Malaga nach Frankfurt ohnehin stattfinden.
Der namenlose Hund, der übrigens für seinen Pass noch schnell einen Namen erhalten sollte, wurde nach einem seiner spanischen Tierpfleger benannt: Carlos. Er blieb nicht allein auf dem Flug. Ihn begleiteten schließlich noch zwei weitere Hunde und zum guten Schluss befand sich in unserem Handgepäck noch eine Katze. Diese Tiere nahmen wir selbst als Flugpaten mit.
Der Tierschutzverein organisierte alles: die Boxen, die Papiere, die Logistik der Tiere zum Flughafen und das Einchecken. Am Zielflughafen in Frankfurt angekommen, wurden die Tiere am Sondergepäckschalter vorgefahren. Als wir gerade den Sicherheitsbereich verlassen hatten, wurden wir von den neuen Besitzern der Hunde und Katzen empfangen und beschenkt. Endlich erhielten sie ihre Tiere und der Flug ins Glück war vollbracht.
Mittlerweile haben wir uns im Internet zum Thema genauer informiert. Es gibt diverse Portale, um sich als Flugpate einzutragen, egal ob die Türkei, Malta, Italien oder Spanien. Die Überführung ist für die Flugpaten kostenfrei. Die Kosten werden hauptsächlich von den zukünftigen Besitzern und Tierschutzvereinen getragen.
Artikel vom 14.05.2011
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