Terror in Bonn

Ermittler suchen zweiten Mann - Kameras am Bahnhof defekt

Bonn.  Bei den Ermittlungen zu der im Bonner Hauptbahnhof abgestellten Bombe gibt es Hinweise auf einen zweiten Tatverdächtigen. Neben dem bereits zur Fahndung ausgeschriebenen dunkelhäutigen Mann wird nun auch nach einem hellhäutigen Mann gefahndet. Der in der blauen Sporttasche versteckte Sprengsatz hatte eine "beachtliche Sprengkraft". Laut GA-Informationen sind sämtliche Überwachungskameras am Bonner Hauptbahnhof defekt. Alle Ereignisse des Tages in unserer Chronik.
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Bild aus dem Überwachungsvideo: Ein hellhäutiger Mann trägt die blaue Sporttasche durch die McDonalds-Filiale am Bonner Hauptbahnhof. Nach dem Mann wird nun gefahndet.
												Foto: Ayla Jacob (Repro)

Bild aus dem Überwachungsvideo: Ein hellhäutiger Mann trägt die blaue Sporttasche durch die McDonalds-Filiale am Bonner Hauptbahnhof. Nach dem Mann wird nun gefahndet. Foto: Ayla Jacob (Repro)

21:45 Uhr: Nach Polizei-Angaben wurde die Tasche in Essen mit einem Spezialgerät gesprengt. Was genau in der Tasche war, blieb zunächst unklar. Der Inhalt "in dieser Zusammensetzung" sei aber ungefährlich, hieß es von der Essener Polizei. Laut Bundespolizei wurde die Tasche vorsichtshalber mit einem Wassergewehr aufgeschossen. Das wollte die Landespolizei jedoch nicht kommentieren.

Der Essener Hauptbahnhof liegt an der wichtigen Bahnstrecke von Hannover über das Ruhrgebiet ins Rheinland. Am späten Abend wurde die Verbindung wieder freigegeben. Nach dem Fund der Tasche waren die Züge über Gelsenkirchen umgeleitet worden. Zum Teil habe es erhebliche Verspätungen gegeben, sagte ein Sprecher der Bahn.

Die Gleise vier bis sechs blieben nach Bahnangaben zunächst gesperrt. Am Bahnsteig der Gleise vier und sechs war die Tasche gegen 18.45 Uhr gefunden worden. Daraufhin habe man sich entschieden, den kompletten Bahnhof zu sperren, sagte Bundespolizei-Sprecher Volker Stall. Eine Passantin hatte gegen 19 Uhr die herrenlose grüne Sporttasche entdeckt und gemeldet.

21:10 Uhr: Nach dem Fund einer verdächtigen Tasche am Essener Hauptbahnhof hat die Polizei Entwarnung gegeben. Der Inhalt sei harmlos, hieß es am Mittwochabend. Zuvor hatten sich Experten entschlossen, die Sporttasche vorsichtshalber mit Wasser zu beschießen. Dem Vernehmen nach hatten Metalldetektoren angeschlagen. Was genau in der Tasche war, blieb zunächst unklar.

20:45 Uhr: Der Essener Hauptbahnhof ist nach dem Fund einer verdächtigen Tasche gesperrt worden. Noch handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Experten seien am Fundort, um den Inhalt der grünen Sporttasche zu untersuchen. Noch sei völlig unklar, ob es sich um "herrenloses Gepäck" oder um einen gefährlichen Gegenstand handele, hieß es.

19.25 Uhr: Ermittelt wird nach dem vereitelten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof laut Jäger in alle Richtungen, auch in die des Salafismus. Aber: „Wir wissen nicht, wer der Täter ist, aus welcher extremistischen Szene er möglicherweise stammt.“ Zur Kritik des Unions-Bundestagsabgeordneten Günter Krings, man habe den Salafismus verniedlicht, sagte der Innenminister: „Wenn man von etwas keine Ahnung hat, sollte man die Klappe halten“, sagte Jäger dem GA.

19.24 Uhr: NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) warnte in einem Interview des General-Anzeigers davor, jetzt den Absichten der Täter Vorschub zu leisten. Auf die Frage, ob man jetzt öffentliche Plätze meiden müsse, sagte er: „Nein, das wäre genau das, was die Täter beabsichtigen: Furcht und Schrecken zu verbreiten.“ Jäger weiter: „Wir müssen wachsam bleiben, aber nicht furchtsam.“ Es gebe „überhaupt nicht“ Anlass zu Warnungen etwa vor dem Besuch von Weihnachtsmärkten oder Fußballspielen.

19.01 Uhr: Das Überwachungsvideo aus dem McDonalds am Bonner Hauptbahnhof ist da.

18.17 Uhr: In der Pressekonferenz hat die Kölner Polizei einräumen müssen, dass es von Gleis 1 keine verwertbaren Videoaufnahmen gibt, obwohl dort entsprechende Überwachungskameras  installiert sind. Laut GA-Informationen können verwertbare Bilder auch gar nicht vorliegen - denn die Kameras auf dem Bahnsteig 1 des Bonner Hauptbahnhofes, wo die verdächtige Tasche abgestellt worden war, sollen alle defekt sein,  und zwar schon geraume Zeit. Konkret kommentieren wollte ein Sprecher der Bahn in Berlin den Vorwurf nicht. Grundsätzlich stellt er aber zu Zuständigkeiten und Abläufen fest: "Terrorabwehr ist generell Aufgabe der zuständigen Sicherheitsbehörden und nicht der Deutschen Bahn." Damit sei die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung auf Bahnhöfen und in Zügen allein Aufgabe der Bundespolizei. Zwar betreibe die Deutsche Bahn Videosysteme, so der Bahnsprecher weiter, "die auch Livebilder in die Leitstellen der Bundespolizei übertragen". Gleichwohl lege die Bundespolizei fest, "welche Kamerabilder aufgezeichnet werden", betonte der Bahn-Offizielle: "Den Zugriff auf die von der Videotechnik aufgezeichneten Bilder hat allein die Bundespolizei." Wegen des laufenden Ermittlungsverfahren, könne man darüberhinaus aber keine weitere Stellung nehmen.

18.08 Uhr: Soeben hat die Polizei ein neues Fahndungsplakat veröffentlicht, mit dem die Ermittler neben dem dunkelhäutigen nun auch nach einem hellhäutigen Mann fahnden. Es zeigt den Mann mit der blauen Sporttausche im McDonalds am Hauptbahnhof.

17.40 Uhr: Die Pressekonferenz in Köln ist beendet. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Polizei nun also einen zweiten Mann sucht. Neben einem dunkelhäutigen wird nun auch ein hellhäutiger Mann gesucht. Dieser war auf Videoaufnahmen aus der McDonalds-Filiale am Hauptbahnhof zu sehen. Der leitende Kriminaldirektor Norbert Wagner sprach mit Blick auf den hellhäutigen Mann von einer heißen Spur. Er komme als Tatbeteiligter in Betracht. Auf dem Video trage er eine dunkelblaue Tasche. Es sei davon auszugehen, dass es sich um die Tasche mit der Sprengvorrichtung handele.

17.38 Uhr: Wagner: "Wir haben bisher fünf Hinweise auf Tatverdächtige ausgewertet."

17.34 Uhr: Wagner: "Zu unserem Bedauern gibt es keine Videoaufzeichnung von Gleis 1."

17.31 Uhr: Wagner: "Wir schließen definitiv aus, dass es sich bei der Bombe um eine Attrappe handelte."

17.25 Uhr: Die Meldung von "Spiegel Online", wonach der hellhäutige Mann zusammen mit den jugendlichen Zeugen in dem McDonalds gesehen wurde, können die Anwesenden bei der PK nicht bestätigen.

17.23 Uhr: Bei der Pressekonferenz wird das Überwachungsvideo gezeigt, auf dem ein hellhäutiger Mann mit schwarze Mütze und beiger Jacke zu sehen ist, der mit einer blauen Tasche durch den McDonalds läuft.

17.21 Uhr: Wagner: "Die Bombe ist von der Bauart nicht zu unterschätzen, sondern sehr professionell."

17.19 Uhr: Wagner: Diese Person könnte möglicherweise ein Zeuge sein. "Deshalb suchen wir intensiv nach dem Mann."

17.18 Uhr: Wagner: "Auf der Videoaufzeichnung aus dem McDonalds sieht man eine  Person, die eine blaue Sporttasche bei sich führt. Diese Tasche könnte die Tasche sein, die wir später auf dem Bahnsteig gefunden haben."

17.17 Uhr: Der anfängliche Verdacht gegen die Person, die gestern in Bonn festgenommen worden war, habe sich nicht erhärtet. Deshalb sei der Mann, der dem Bonner Salafisten-Umfeld zuzurechnen ist, wieder freigelassen.

17.14 Uhr: Wagner: "Laut der jugendlichen Zeugen ist der Mann, der ihnen die Tasche praktisch vor die Füße geworfen hat, anschließend weggelaufen." 

17.14 Uhr: Wagner: "Der gefundene Sprengsatz war funktionsfähig."

17.13 Uhr: Norbert Wagner, Einsatzleiter der Polizei: "Wäre die Bombe detoniert, hätte es eine sehr, sehr große Explosion mit einem großen Feuerball gegeben."

17.12 Uhr: Albers:" Die Videoüberwachung in dem McDonalds am Bahnhof hat uns auf diese Spur geführt."

17.11 Uhr: Albers: "Der dunkelhäutige Mann könnte ein wichtiger Zeuge sein."

17.10 Uhr: Wolfgang Albers, Kölner Polizeipräsident: "Wir suchen neben dem dunkelhäutigen Mann nun auch einen hellhäutigen Mann."

17.09 Uhr: Live von der Pressekonferenz der Kölner Polizei: Wolfgang Albers, Kölner Polizeipräsident: "Von Anfang an wurde in alle Richtungen ermittelt. An Spekulationen haben wir uns nicht beteiligt."

17.07 Uhr: Die Pressekonferenz der Kölner Polizei beginnt!

17.00 Uhr: In Kürze beginnt die Pressekonferenz der Kölner Polizei zum aktuellen Ermittlungsstand.

16.51 Uhr: Überraschende Wende im Fall der Bonner Bombe? Laut "Spiegel online" erscheint die Rolle einiger Zeugen offensichtlich diffus. Demnach sollen die zwei Zeugen vom Bahnhof mit einer hellhäutigen Person bei McDonalds gewesen sein. Die hellhäutige Person trug eine Tasche, die der aufgefundenen Tasche sehr ähnlich sieht. Auf einer zweiten Videoaufnahme sei dann "eine dunkelhäutige, erwachsene Person" zu erkennen, die nunmehr die Tasche trage. Die Polizei hält fest: "Die Rollen der einzelnen Personen sind zur Zeit nicht klar", berichtet "Spiegel Online".

16.45 Uhr: Zum aktuellen Ermittlungsstand will sich die Stadt Bonn derzeit nicht äußern. "Ich befinde mich in kontinuierlichem
Informationsaustausch mit der Leitung des Bonner und des Kölner Polizeipräsidiums, das wegen seiner Zuständigkeit bei 'Anschlägen' die Leitung in dem Fall übernommen hat. Der Informationsaustausch bezieht sich sowohl auf die Aufklärung des Falles
als auch auf die Einschätzung der Gefahrenlage", sagte OB Jürgen Nimptsch.

16.41 Uhr: Bonner Stadtverwaltung und Polizei setzen bei der Aufklärung des Bombenfunds auch auf die Hilfe der Bürger. In einer gemeinsamen Erklärung bitten sie die Bürger um erhöhte Aufmerksamkeit. Sie sollen ungewöhnliche beziehungsweise verdächtige Beobachtungen der Polizei unter dem Notruf 110 mitteilen.

16.21 Uhr: Nach dem vereitelten Bombenanschlag sind in der Bonner Innenstadt verstärkt Kräfte von Polizei und Stadt auf Streife. "Sowohl die Polizeibeamten als auch die städtischen Mitarbeiter sind nach dem Vorfall besonders sensibilisiert", teilte die Stadt soeben mit.

16.09 Uhr: Das Bundesinnenministerium bleibt im Hinblick auf die Terrorgefahr trotz des Bombenfundes in Bonn bei Sicherheits-Alarmstufe Gelb.  Nach wie vor gelte, dass sich Deutschland "im Fadenkreuz" des internationalen Terrorismus befinde. Für das Land gelte eine "abstrakt hohe Gefahr von Anschlägen", sagte der Sprecher von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Jens Teschke, vor wenigen Minuten in Berlin. "Wir nehmen das durchaus ernst."

16.03 Uhr: Weiterhin sucht die Polizei fieberhaft mit einem Phantombild nach einem Mann, der die Sporttasche am Bonner Hauptbahnhof abgestellt haben soll. Polizeisprecher Thomas Held stellte klar, dass die zwei zuvor vernommenen Männer nicht festgenommen, sondern nur in Gewahrsam genommen worden seien. Es habe einen Hinweis auf sie gegeben, doch der Tatverdacht habe sich nicht bestätigt. "Wir ermitteln weiterhin in alle Richtungen", sagte Held.

14.50 Uhr: Noch haben weder Polizei, noch Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Tasche mit der Bombe im McDonalds am Hauptbahnhof einem "Mann mit weißer Hautfarbe" von einem dunkelhäutigen Mann "entwendet" worden ist. Dies hatte GA-Korrrespondent Holger Möhle aus Berliner Behördenkreisen erfahren. Möglicherweise handelt es sich bei dem dunkelhäutigen Mann um den Tatverdächtigen, der die Tasche am Gleis 1 abgestellt haben soll. Eine Videokamera in dem Schnellrestaurant hatte die Szene aufgezeichnet.

15.44 Uhr: Der Leiter der Abteilung Terrorismusbekämpfung bei der Bundesanwaltschaft, Rainer Griesbaum, hat bestätigt, dass ein "anfänglicher Ermittlungsansatz in Richtung islamistischer Terrorismus" sich zerschlagen hat. Momentan sei nicht von einem politisch motivierten Tathintergrund beim vereitelten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof auszugehen. "Ein allgemein krimineller Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden", sagte der stellvertretende Generalbundesanwalt und fügte hinzu: "Alles ist offen."

15.39 Uhr: Entwarnung in Kopenhagen: In dem Paket, das in einem Zug nach Schweden gefunden wurde, befanden sich nur eine Autobatterie und Scheibenwischer, wie die dänische Zeitung "Copenhagen Post" auf ihre Website berichtet. Zuvor waren schon Sprengstoffspezialisten gerufen worden - aus Sorge, es könne sich um eine Bombe handeln.

15.32 Uhr: Laut n-tv hat die Polizei ein verdächtiges Paket in einem Zug nach Schweden entdeckt. Daraufhin wurde der Hauptbahnhof von Kopenhagen geräumt.

15.29 Uhr: Bombenalarm am Hauptbahnhof Kopenhagen. Laut des Nachrichtensenders n-tv wurde der Bahnhof nach dem Fund eines verdächtigen Paketes in einem Zug evakuiert.

14.31 Uhr: Offensichtlich ist Bonn wirklich nur knapp einer Katastrophe entgangen: Der gefundene Sprengsatz war nach Angaben der Bundesanwaltschaft höchst gefährlich. In der am Dienstag entdeckten Sporttasche habe sich ein mit Ammoniumnitrat gefülltes Metallrohr befunden, um das vier Butangaskartuschen gebunden gewesen seien, sagte der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum in Karlsruhe. Ob die Bombe tatsächlich funktionsfähig war, sei aber noch nicht geklärt. Es sei zwar eine Zündvorrichtung mit einem batteriebetriebenen Wecker gefunden worden, aber noch kein Zünder, sagte Griesbaum.

14.16 Uhr: Auf der Pressekonferenz der Kölner Polizei um 17 Uhr wird möglicherweise die Polizei auch das Videomaterial bekannt machen. Wie der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender gegenüber dem GA erklärt hatte, werde das Überwachungsband derzeit geprüft: "Sollten wir relevantes Bildmaterial haben, werden wir es umgehend veröffentlichen", sagte er.

14.09 Uhr: Noch immer gibt es keine konkreten Angaben zu den möglichen Tätern. Licht ins Dunkle könnte möglicherweise die Kölner Polizei bringen. Nach GA-Informationen will sich die Behörde um 17 Uhr auf einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen äußern.

13.41 Uhr: Nach Auskunft eines Terrorismus-Experten gibt es ein großes Spektrum möglicher Täter. So kämen auch Einzeltäter mit rechtsradikalem Hintergrund vergleichbar dem Oslo-Attentäter Breivik, Personen, die etwas gegen die Bahn haben, oder eben auch Salafisten in Frage. Dies sagte der Experte dem Nachrichten-Sender n-tv.

12.58 Uhr:  Nach GA-Informationen wird das im Bonner Hauptbahnhof bei McDonalds sichergestellte Überwachungsband zurzeit von den Ermittlern ausgewertet und geprüft.

12.43 Uhr: Offenbar steckt hinter dem vereitelten Anschlag von Bonn ein Personennetzwerk. Ein ranghoher Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte der FAZ, dass die Machart der Bombe den Schluss zulasse, dass mehrere Personen daran beteiligt gewesen seien, die Komponenten zu besorgen und zusammenzubauen. Dass hinter dem versuchten Anschlag ein Einzeltäter stehe, wollte er jedoch auch nicht gänzlich ausschließen.

Bombenalarm am Bonner Hauptbahnhof
12.32 Uhr: Vor dem Hintergrund des vereitelten Terroranschlags von Bonn fordert die Gewerkschaft der Polizei mehr Personal. "Personelle Ressourcen in Verfassungsschutz, Staatsschutz und Kriminalpolizei dürfen aus der Beobachtung und Bekämpfung des internationalen Terrorismus nicht abgezogen werden“, so GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut in einer Mitteilung.

12.21 Uhr: Dank der Aufmerksamkeit zweier 13 und 14 Jahre alten Jugendlichen ist Bonn wohl einer Katastrophe entgangen. Die beiden hatten die Polizei alarmiert, nachdem ihnen ein unbekannter Mann am Montagmorgen eine Sporttasche "abrupt vor die Füße" gestellt hatte. Die beiden Jungen hätten die Tasche geöffnet. Weil sie darin auf Drähte und andere verdächtige Gegenstände stießen, riefen sie laut FAZ schließlich die Polizei.

12.05 Uhr: Bei einem der gestern Abend Freigelassenen handelt es sich um den Somalier Omar D., der von der Polizei der Islamistenszene zugeordnet wird. Der Anwalt von Omar D., Mutlu Günal, kritisierte das Vorgehen der Polizei. "Die Polizei mag mal erklären, woher dieser Tatverdacht kam", sagte er. "Einfach mal einen Unschuldigen festnehmen, das ist nicht so schön."

Nach dem Bombenfund
11.46 Uhr: Die FAZ berichtet, laut Sicherheitskreisen hätten die Ermittler in der am Bonner Hauptbahnhof gefundenen Tasche mehrere Camping-Gaskartuschen, ein explosionsfähiges Pulver, ein Wecker und Batterien befunden. Das Fehlen eines Zünders wird von unter Hinweis auf die Behördenkreise damit erklärt, dass die Einsatzkräfte die verdächtige Tasche mit einer Wasserkanone beschossen hätten. Dabei sei der Zünder "in unzählige Teile zerrissen" worden.

11.37 Uhr:  Nach Einschätzung von Generalbundesanwalt Harald Range lässt ein terroristischer Hintergrund derzeit nicht mit ausreichender Sicherheit feststellen. Deshalb habe die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall bislang nicht übernommen, sagte Range in Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft stehe jedoch "in engem Kontakt" mit der Staatsanwaltschaft Bonn. "Selbstverständlich werden wir das Verfahren übernehmen, sobald sich zureichende Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund ergeben", sagte Range.

11.12 Uhr: Offenbar hatten die Bombenleger geplant, den Sprengsatz in einem Zug oder an einem anderen belebten Ort zur Detonation zu bringen. Das berichtet die FAZ und beruft sich dabei auf Ermittlerkreise.

10.55 Uhr: Der Sprengsatz aus dem Bonner Hauptbahnhof war nach Informationen faz.net "extrem gefährlich". Das Onlineportal beruft sich dabei auf "hohe Behördenkreise". Wäre die Bombe tatsächlich detoniert, hätte sie nach dieser Darstellung eine ähnlich verheerende Wirkung gehabt wie der Anschlag von Madrid 2004. Dabei waren 191 Menschen ums Leben gekommen.

10.20 Uhr: Der Fund einer Bombenvorrichtung am Bonner Hauptbahnhof wird immer kurioser. Wie GA-Korrespondent Holger Möhle heute Morgen aus Sicherheitskreisen in Berlin erfuhr, folgen Fahnder nach Auswertung von Aufzeichnungen einer Überwachungskamera der Fastfoodkette „McDonalds“ am Hauptbahnhof  einer neuen Spur.

Bombenalarm am Bonner Hauptbahnhof

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Demnach soll die Tasche mit verdächtigem, womöglich bombenfähigem Inhalt, die ein bislang Unbekannter auf einem Bahnsteig des Bonner Hauptbahnhofs am Montag abgestellt hatte, zuvor ein Mann weißer Hautfarbe beim Besuch des Schnellrestaurants bei sich gehabt haben. Diese Tasche sei dem Mann weißer Hautfarbe anschließend bei „McDonalds“ von einem Mann schwarzer Hautfarbe „entwendet“ worden, heißt es aus Sicherheitskreisen.

Dabei sei es zwischen den beiden zu keiner Rangelei gekommen. Die Überwachungskameras am Bonner Hauptbahnhof selbst, so heißt es aus den Sicherheitskreisen weiter, könnten zwar „sehen“, aber „nicht aufzeichnen“. Deswegen hätten Fahnder in Lokalen am Hauptbahnhof deren Überwachungskameras ausgewertet und seien so auf die neue Spur gekommen.

Weitere Informationen zum Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof finden Sie im GA-Spezial.

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