COP 23

Zeltstadt für Weltklimagipfel in Bonn wächst rasant

Die Zeltstadt in der Bonner Rheinaue zur Weltklimakonferenz nimmt Formen an.

Die Zeltstadt in der Bonner Rheinaue zur Weltklimakonferenz nimmt Formen an.

Bonn. Die Bonn-Zone aus Zelten und Hallenbauten für den Weltklimagipfel COP 23 auf der Blumenwiese in der Rheinaue nimmt Formen an. Am Montag gab es einen ersten Rundgang mit Staatssekretär Jochen Flasbarth.

Vom Grün der Blumenwiese ist nicht mehr allzu viel zu sehen, als sich Jochen Flasbarth, Staatssekretär des für die Organisation der COP 23 zuständigen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), am Montagmorgen mit zahlreichen Medienvertretern vor Ort ein Bild von rasant wachsenden sogenannten Bonn-Zone macht.

Ein Großteil der rund 35.000 Quadratmeter großen Wiesenfläche ist bereits bebaut mit drei großen, bis zu neun Meter hohen Hallen sowie den Pavillons der Länder, die insgesamt eine Nutzfläche von rund 55.000 Quadratmetern bietet. Schon in wenigen Tagen soll der Innenausbau beginnen. Dann werden sich täglich bis zu 2000 Arbeiter, die allesamt sicherheitsüberprüft worden seien, auf der Baustelle tummeln, sagt Matthias Löwe vom zuständigen Planungsbüro. Sämtliche temporären Bauten werden trotz des unterschiedlichen Geländeniveaus in der Rheinaue barrierefrei sein, unter anderem durch den Einbau von Aufzügen in den teilweise auch zweistöckigen Hallen.      

 Erstmals wird der Weltklimagipfel aufgrund der bis zu 25.000 erwarteten Teilnehmer an zwei Tagungsorten stattfinden: In der sogenannten Bonn-Zone in der Rheinaue, wo vor allem Events, Ausstellungen sowie die Präsentation der Länder geplant sind, und in der Bula-Zone rund um das World Conference Center Bonn (WCCB) – dem ebenfalls mit temporären Bauten ergänzten Hauptverhandlungsort der Delegierten aus 197 Vertragsstaaten.

"Bula" ist das Fidschi-Wort für "Hallo" oder "Freundlich". Die Republik Fidschi übernimmt die Präsidentschaft für die COP 23. Turnusgemäß wäre ein asiatischer Staat mit der Ausrichtung an der Reihe gewesen. Da aber niemand seine Bereitschaft erklärt hatte, übernimmt automatisch Deutschland die technische Ausführung, weil Bonn Sitz des UN-Klimasekretariats ist. Die Kosten in Höhe von rund 70 Millionen Euro übernimmt der Bund.  

Bauten werden nach Ende der COP 23 abgebaut

Damit die Delegierten und die Vertreter der Nichtregierungsorganisationen (NGO) sowie von Umwelt- und  Wirtschaftsverbänden beide Zonen bequem und schnell erreichen können, soll ein Shuttleverkehr mit elektrobetriebenen Bussen eingerichtet werden. Zudem will das Umweltministerium für die Teilnehmer rund 600 Fahrräder bereitstellen.

Bis zum 6. November muss alles stehen. „Wir sind gut in der Zeit“, versichert Löwe. Die COP 23 dauert bis zum 17. November. Anschließend werden die temporären Bauten und das Gros der Leitungen für Strom und Wasser bis Ende Dezember wieder zurückgebaut. Was mit der von der Telekom errichteten Infrastruktur für das Wlan in allen Temporärbauten geschieht, war bei der Begehung nicht zu erfahren. Bis zum Ende der Abbauarbeiten bleiben die Blumenwiese, die mit einem rund 4000 Meter langen Zaun umgeben ist, sowie das Gros des Parkplatzes an der Ludwig-Erhardt-Allee sowie an der Charles-de Gaulle-Straße weiterhin für die Öffentlichkeit gesperrt.

Bei einer solchen Großveranstaltung werden natürlich viele Helfer benötigt. Gesucht werden ehrenamtliche Helfer, die in vielen Bereichen rund um die Konferenz, aber auch innerhalb der Konferenzzonen, die Organisatoren unterstützen können. Weitere Informationen auch im Internet https://www.cop23.de.

Mehr zum Thema Weltklimakonferenz gibt es auch in unserem Special.