Interview mit Ashok-Alexander Sridharan

"Wer mich singen hören will, muss in die Kirche gehen"

Eben noch Konkurrenten, jetzt im selben Team: Sridharan umarmt den Grünen-Kandidaten Tom Schmidt (links). Auch von Amtsinhaber Jürgen Nimptsch erhält das künftige Stadtoberhaupt Glückwünsche.

Auch von Amtsinhaber Jürgen Nimptsch erhält das künftige Stadtoberhaupt Glückwünsche.

Bonn. Kurz nach 19 Uhr steht der Sieger im OB-Wahlkampf in Bonn fest. Ashok-Alexander Sridharan wird im Ratssaal von seinen Parteifreunden von der CDU gefeiert. Mit ihm sprach Lisa Inhoffen.

Wie ist denn Ihre Gefühlslage im Moment?
Sridharan: Ich freue mich natürlich riesig, dass ich die Wahl auf Anhieb gewonnen habe. Es ist aber auch ein großes Stück Anspannung von mir abgefallen. Ich gebe zu, ich bin sehr, sehr erleichtert, dass ich es gleich im ersten Wahlgang geschafft habe.

Wo und wie lange feiern Sie heute Abend noch?
Sridharan: Ich werde erst einmal mit meiner Familie und meinen Parteifreunden in einer Gaststätte im Bonner Norden, wo die CDU zur Wahlparty eingeladen hat, den Wahlsieg feiern. Anschließend gehen wir noch ins Bayern-Zelt auf Pützchens Markt. Ich glaube, es wird sicherlich spät heute Abend werden.

Was ist Ihre erste Amtshandlung?
Sridharan: Zunächst werde ich ja offiziell erst im Oktober als Oberbürgermeister im Amt verpflichtet. Morgen werde ich wieder ganz normal als Kämmerer in Königswinter arbeiten. Wir haben morgen Abend Finanzausschuss, daran werde ich teilnehmen. Ich werde aber in den nächsten Wochen gerne das Angebot von Herrn Nimptsch annehmen und mich mit ihm über die wichtigsten Angelegenheiten Bonns austauschen. Als Oberbürgermeister werde ich dann zunächst mein Büro im Stadthaus beziehen und mich mit den Dezernenten und dem Personalrat zusammensetzen.

Aktuell regen sich viele in Bonn über die zusammengelegten Bürgerdienste im Stadthaus auf. Was wollen Sie da ändern?
Sridharan: Ich werde mich mit allen Mitarbeitern zusammensetzen, die dafür zuständig sind, und überlegen, wie wir die Bürgerdienste verbessern können.

Welche Stellungnahme geben Sie dem Bund zur Südtangente: bauen oder nicht?
Sridharan: Also zunächst einmal möchte ich mich gegen die Behauptung von politischen Gegnern verwahren, ich sei für den Bau einer Autobahn durch Bonn. Das bin ich ganz sicher nicht. Wir müssen in Ruhe abwarten, was im neuen Bundesverkehrswegeplan stehen wird. Ich kann mir keine Südtangente durch Bonn vorstellen.Wir müssen uns mit allen, mit den Gegnern und Befürwortern, an einen Tisch setzen und gemeinsam überlegen, wie wir die Erreichbarkeit Bonns verbessern können. Das geht nur im Konsens.

Wollen Sie ein Kombi-Bad mit privater Beteiligung?
Sridharan: Es muss kein PPP-Modell sein. Ich bin für ein Kombibad, aber es muss linksrheinisch gebaut werden.

Wo werden Sie sparen?
Sridharan: Auf keinen Fall im Kinder- und Jugendbereich. Ansonsten müssen wir uns alle Bereiche genau ansehen. Wir müssen die Untersuchung der Organisationseinheiten in der Verwaltung fortführen, um zu sehen, wo und wie wir die Ausgaben reduzieren können. Ich denke, dass insbesondere auch die stärkere Zusammenarbeit mit umliegenden Kommunen das Gebot der Stunde ist.

Werden sie als OB auch singen wie OB Nimptsch?
Sridharan: Ich singe gerne. Aber wer mich singen hören will, muss mit mir in die Kirche gehen. Auf Bühnen singe ich nicht.