Neuer Pächter wuchs in Bonn auf

Waldau kann erst im Juli öffnen

In den Startlöchern: Swen Jürries und Heike Baist vor dem Kiosk, der bereits geöffnet ist. Bis das Café und Restaurant wieder in Betrieb geht, wird es jedoch noch dauern.

Venusberg. So kann man sich irren: Da denkt man, dass der neue Pächter der Waldau, Swen Jürries, ein Ostwestfale ist - weil er aus Bielefeld kommt, wo er mit seinem Kompagnon Berndt Rotter den Meyerhof Olderdissen betreibt. Und dann das: "Ich habe meine ganze Jugendzeit in Bonn verbracht", verrät der 46-Jährige im Gespräch mit dem GA.

Sein Vater war Offizier auf der Hardthöhe, der junge Swen lernte im Schulzentrum Hardtberg und wohnte damals mit der Familie in Medinghoven. Geboren wurde er übrigens in Bayern. Jetzt ist er der neue Pächter des Ausflugslokals auf dem Venusberg, und hat noch viel zu tun, bevor er die Gastronomie wieder öffnen kann. "Wir müssen renovieren, brauchen neue Bestuhlung und müssen die Küche umbauen, weil sie technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand ist", sagt er. "Dazu müssen wir noch Leitungen planen sowie Geräte auswählen und bestellen." Das dauert.

Deshalb: Eine Wiedereröffnung der Gastronomie kommt erst Mitte oder Ende Juli in Betracht, sagt er. Immerhin ist der Kiosk seit vorigem Wochenende geöffnet, wo die Waldbesucher sich mit Getränken, Kuchen und Snacks versorgen können. "Damit wollten wir schon mal ein Signal setzen", so Jürries. Und das Restaurant? "Da soll frischer Zeitgeist rein." Der Gast solle das Gefühl haben, dass sich etwas verändert habe. Jürries: "Den Wechsel muss man sehen."

Der Mann ist schon ganz schön herumgekommen. Koch gelernt hat er im Schwarzwald, danach gab's einige Wanderjahre durch die Republik, wie er sagt, bevor er Hotelbetriebswirtschaft in Heidelberg studierte und eine Catering-Firma eröffnete. Den Meyerhof in Bielefeld betreibt Jürries seit zehn Jahren, mit einem ähnlichen Konzept, wie es auf der Waldau greifen soll. "Der Meyerhof ist eine Gastronomie in einem Tierpark, der bloß größer ist als hier auf der Waldau."

Was erwartet die Besucher künftig kulinarisch? "Unsere Zielgruppe sind die Tagesbesucher und Familien", sagt Jürries. "Bei uns soll vom Schüler bis zum Professor jeder etwas auf der Karte finden, auch für den kleinen Geldbeutel." Derzeit ist er auf der Suche nach Personal. Aber wenn das Telefon klingelt, sind auch schon Gäste dran, die für ihre Hochzeit oder die Geburtstagsfeier reservieren wollen. Und der Neu-Pächter stellt klar: "Dieses Bankettgeschäft läuft weiter wie bisher."

Mit im Team ist Heike Baist (46), eine gebürtige Bonnerin, die als Geschäftsführerin vorgesehen ist. Beide kennen sich seit der Schulzeit, als sie sich auf einer Skifreizeit über den Weg liefen. "Seitdem sind wir beste Freunde", sagt Heike Baist, die auf dem Brüser Berg groß geworden ist und früher als Fernseh-Produzentin arbeitete. Inzwischen sind beide auch privat ein Paar. Außerdem gehört noch Labrador Elli dazu.

Wie es kam, dass Jürries sich für das Objekt auf dem Venusberg interessierte, ist ein Zufall. "Meine Schwester lebt in Bonn und rief mich an, dass die Waldau ausgeschrieben wird." Und damit nahm die Geschichte ihren Lauf.