Neues Festival Rockaue

Vier Themen-Bühnen im Juli 2015 in der Rheinaue

Wollen die Rheinaue ab 11. Juli 2015 jährlich zur Rockaue machen: Jürgen Harder (von links), Christopher Link, Geschäftsführerin Maria Hülsmann, Daniel Ganser, Dirk Dötsch und Jan Hoffmann.

BONN. Die Rockaue nimmt Form an und schielt auf ihre große Schwester R(h)einkultur. Vier Themen-Bühnen mit Livemusik soll es bei der Premiere am 11. Juli 2015 von 12 bis 24 Uhr geben. Und das jährlich mit dem Anspruch, "ein Prestigeobjekt einer musikalischen Stadt mit allen ihren Generationen und unterschiedlichsten Zielgruppen" zu sein.

Das größte Podium steht auf der Fläche vor dem Parkrestaurant, dort, wo 2011 noch die "blaue Bühne" der letzten R(h)einkultur war. "Sie wird die familientauglichste sein, mit Mainstream- und Popmusik", sagte Geschäftsführerin Maria Hülsmann auf der ersten Pressekonferenz der vor Kurzem gegründeten Gesellschaft Rockaue UG. Die zweitgrößte Bühne will das neunköpfige Organisationsteam, zu dem auch Brückenforum-Chef Jürgen Harder und die Macher des Greenjuice-Festivals gehören, Rock und Metal widmen. "Wir haben eine große und lebendige Hardrockszene in Bonn, immer wieder wurde Metal nachgefragt", so Hülsmann, die auch schon bei R(h)einkultur mitarbeitete.

Sie betonte, dass man viele gute Sachen übernehmen, aber trotzdem etwas Neues machen möchte. Eine Bühne ist nur für Newcomer aus Bonn und Umgebung gedacht, auf der so viele Bands wie möglich spielen sollen. Angedacht ist deshalb, kleine Auftritte von jeweils 20 Minuten zu vergeben. Die vierte Bühne werde Elektromusik bieten, zu der die Besucher "zu den Beats tanzen und feiern" können. Im Freizeittreff Quasi soll eine Kinderbetreuung angeboten werden.

Obwohl die Organisatoren allesamt erfahren sind und sich durch die Bonner Szene kennen, fangen sie von vorne an. "So klein wie möglich" wolle man die Rockaue zunächst halten, ohne Campingplatz und mehrere Veranstaltungstage. "Was uns limitiert, ist der Etat", sagte Harder. Das eintägige "umsonst und draußen" Festival, zu dem 50.000 Besucher erwartet werden, koste mehrere Hunderttausend Euro, die durch Sponsoren gedeckt werden müssten.

Zwar werde man einen Antrag an den Kulturausschuss der Stadt Bonn stellen, um Fördergelder zu bekommen. "Aber selbst wenn wir da leer ausgehen, wollen wir das Festival stattfinden lassen", erklärte Harder. Dann müsse eben alles etwas kleiner ausfallen. Nach dem verfügbaren Geld richten sich auch die Auftritte der Headliner, zu denen Harder noch nichts sagen wollte. Er hofft darauf, dass namhafte Künstler wie zu R(h)einkultur-Zeiten günstigere Konditionen mit sich aushandeln lassen. Fest stehe jedenfalls, dass keine Coverbands spielen würden.

Im Zuge der Lärmdiskussion umgehen die Rockaue-Macher ein neuerliches Genehmigungsverfahren bei der Stadtverwaltung. Das wird möglich durch Parkrestaurant-Betreiber Dirk Dötsch. Er schließt alle Verträge mit der Stadt, die Rockaue UG ist der Ausrichter des Festivals. Dötsch nutzt sein jährliches Kontingent von zwölf Veranstaltungstagen in der Rheinaue. Trotzdem bemühe man sich, den Lärmpegel gering zu halten. Umwelt und Sicherheit waren deshalb wichtige Punkte in der bisherigen Planung. Laut Hülsmann müsse das Ziel sein, dass die Gäste auf das Naturschutzgebiet Rheinaue achteten.

Ständige Messungen sollen den Lärm kontrollieren. Eine Art Schallschutzzaun sei allerdings überflüssig, weil durch die Ausrichtung der Lautsprecher viel Lärm vermieden werden könne. Das Sicherheitskonzept sei schon mit der Stadtverwaltung abgesprochen und für 90.000 Besucher ausgelegt, was Jürgen Harder im ersten Jahr für utopisch halte. "Dann wäre die Rockaue das größte Open-Air-Festival Deutschlands und würde sogar Rock am Ring übertrumpfen."

Bühne für Newcomer

Um den Nachwuchs zu fördern, soll es in der Rockaue eine Bühne nur für Newcomer aus Bonn und der Region geben. Bands und Solomusiker können sich ab Donnerstag auf der neuen Internetseite rockaue.de sowie facebook.com/rockauefestival bewerben.