Ausbau der A 565

Tausendfüßler soll doch sechsspurig werden

Autobahn A 565: Der sechsspurige Ausbau ist jetzt doch wieder im Gespräch.

Autobahn A 565: Der sechsspurige Ausbau ist jetzt doch wieder im Gespräch.

Bonn. Der voraussichtlich in den nächsten zehn Jahren geplante Neubau des sogenannten Tausendfüßlers der A 565 zwischen Endenich und Tannenbusch soll jetzt doch sechsspurig erfolgen.

Das teilten am Dienstag der Bonner SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber und sein Kollege aus dem Rhein-Sieg-Kreis, Sebastian Hartmann, als Ergebnis eines Gespräches mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit.

Im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) ist der Neubau bisher nur vierspurig vorgesehen. Das wollte Kelber nach eigenen Angaben so nicht stehen lassen. Beim Studium der Unterlagen zum BVWP hatte er festgestellt, dass das Verkehrsministerium bei der Bewertung der Strecke von einem Bevölkerungsrückgang in Bonn von 1,8 Prozent ausgegangen sei. Dabei stelle die „Raumordnungsprognose 2035“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) fest, dass die Bonner Bevölkerung in dieser Zeit um drei bis 8,9 Prozent zunehmen wird.

„Ich habe in einem Schreiben an Dobrindt auf diese Ungereimtheiten hingewiesen“, sagte Kelber am Dienstag dem GA. Es mache weder wirtschaftlich noch verkehrstechnisch Sinn, den Tausendfüßler mit je zwei Spuren neu zu bauen und einen dreispurigen Ausbau der A 565 zwischen Lengsdorf und Beuel in den vordringlichen Bedarf auf die Liste zu setzen.

Mit Stahlklammern provisorisch verstärkt

Kelber weist daraufhin, dass auf dem Tausendfüßler, der vor wenigen Jahren mit Stahlklammern provisorisch verstärkt worden ist, täglich bis zu 100 000 Fahrzeuge rollen. „Bei einem derartigen Verkehrsaufkommen sieht man überlicherweise drei oder sogar vier Fahrspuren in jede Richtung vor. Umso unzufriedener waren wir, als wir dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans entnehmen mussten, dass der Tausendfüßler wieder zunächst nur mit den heutigen zwei Richtungsfahrspuren errichtet werden sollte, eine Aufweitung sollte dann wohl erst nach 2030 erfolgen“, erklärte der Abgeordnete. Nach dem Gespräch mit Dobrindt haben Kelber zufolge nun Spitzenbeamte des Verkehrsministeriums zugesagt, dass die Planungen ab sofort eine Sechsspurigkeit vorsehen sollen.

„Es wäre doch ein Schildbürgerstreich, wenn das Brückenbauwerk nach Jahren der Bautätigkeit direkt wieder ohne ausreichende Kapazität errichtet würde und einige Jahre später noch einmal zur Großbaustelle würde“, stellen Kelber und Hartmann fest. Die beiden MdBs haben unmittelbar nach dieser Zusage das NRW-Verkehrsministerium über den Sinneswandel in Berlin informiert und gehen davon aus, dass die nach Kelbers Information bereits Anfang des Jahres begonnene Planung entsprechend und vor allem umgehend geändert wird. „Wir stehen unter enormem Zeitdruck, wenn ab 2020 gebaut werden soll“, sagte er.