Im Digital Hub

So war der Summer Slam 2018 am Bonner Bogen

BONN. "Geht niemals unter Null": Beim Summer Slam 2018 im Digital Hub lernten Gründer unter anderem vom Bonner Investor und mehrfachen Unternehmensgründer Frank Thelen, dass Scheitern zum Erfolg gehört.

Krisen. Auf Krisen sollten sich Unternehmensgründer immer einstellen. So lautete am Dienstag der Rat von Alexander von Frankenberg an die über 1000 Gäste des Summer Slams, den der Digital Hub Bonn zum zweiten Mal veranstaltete. Von Frankenberg muss es wissen, er ist Chef des Hightech-Gründerfonds, seit 13 Jahren berät er Start-ups beim Aufbau ihres Geschäfts, bei der Investorensuche und dem „Exit“, wie der Verkauf genannt wird. „Wir haben schon fast 100 Unternehmen erfolgreich verkauft, wir haben fast 100 Gründer zu Millionären gemacht“, sagte von Frankenberg. Die Regel ist aber auch: „Das Scheitern gehört dazu, es kommt schneller als die großen Erfolge.“

1900 Anmeldungen für den Summer Slam 2018 gab es, das waren doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, als das Drehkreuz (Hub) für die Digitalwirtschaft erstmals zum lockeren Treffen von Gründern, Investoren und Bürgern am Bonner Bogen geladen hatte. Oberbürgermeister Ashok Sridharan zeigte sich „völlig überwältigt“ von dem Menschenandrang. Zwischen Food Trucks, Bühne und  Getränkeständen präsentierten sich den Besuchern bei herrlichem Sonnenschein 55 Start-ups, von denen die Hälfte aus Bonn und die übrigen aus NRW, Deutschland und sogar aus den USA gekommen waren.

Christian Herrmann war beim letzten Summer Slam noch als bloßer Besucher da. Für dieses Jahr hatte er sich mit seinem Start-up Spotilike bereits für den „Pitch“ qualifiziert. Das ist ein Wettbewerb, bei dem sich sechs junge Unternehmen dem Publikum präsentierten, als Gewinn lockte ein Preis des Onlineversicherers Nexible in Höhe von 5000 Euro. Spotilike bietet seinen Kunden, dem Einzelhandel und der Gastronomie, eine digitale Plattform für ihre Werbung, die dann auf Facebook und Instagram ausgespielt wird. „Das geschieht mit wenigen Klicks und ist viel einfacher, als wenn sich die Händler selbst darum kümmern müssen“, erklärte Herrmann.

 

Nicolai Kranz spottete, mit seinem grauen Haar sei er sichtbar der älteste unter den vom Digital Hub geförderten Gründern: Kranz ist 53, der jüngste sei 17, berichtete er. Das Start-up von Kranz nennt sich Gigwork. Arbeitssuchende können sich auf seiner Plattform über einen Button auf freie Stellen bewerben, in Großbritannien und den USA sei das schon ein Riesenmarkt. „Es geht nicht um prekäre Arbeitsverhältnisse, auch nicht um Leiharbeit“, erklärte Kranz, der sich 2017 am Pitch beteiligt, aber nicht gewonnen hatte.

Als Sieger ging am Dienstag Realnote mit dem 5000-Euro-Jurypreis heim. Die Realnote-Technologie erlaubt es, auf dem Bildschirm des Smartphones geschriebene Botschaften, Grafiken und Fotos zu sehen, die andere in der Natur, auf Fassaden und Straßenschildern hinterlassen haben. Der Sonderpreis des Publikums ging an die Refresherboxx von Hygenator, die ohne Wasser und Seife Sportkleidung und Schuhe per UV-Licht von Bakterien und Pilzen befreit.

Auf den großen Erfolg hoffen alle Gründer, und dafür braucht es neben Ideen und Geld auch Vorbilder. So erzählte der Bonner Investor und mehrfache Unternehmensgründer Frank Thelen, wie er anfangs ganz schlimm gescheitert sei. Mit einer Million Euro in den roten Zahlen habe er sich befunden, gestand er dem Publikum, das gebannt seinem Vortrag zuhörte. Daraus habe er sich erst über die Jahre wieder herausgearbeitet. Aber er hat es geschafft. Der Rat des Multimillionärs: „Geht niemals unter Null.“