Baustelle am Hauptbahnhof

So gehen die Arbeiten am Maximiliancenter voran

Bonn. Das Maximiliancenter wächst rasant. Bereits im kommenden März soll der Zugang zu U-Bahn und Hauptbahnhof wieder frei sein. Der Primark-Einzug ist für Herbst 2019 geplant.

Um Punkt 13 Uhr hing er am Dach: Der Richtkranz. Sichtbares Zeichen für den rasanten Baufortschritt des Maximiliancenters, das seit vorigem Jahr auf dem Areal der ungeliebten Südüberbauung gegenüber dem Hauptbahnhof entsteht. Eine komplexe und hochsensible Baustelle, sagte Ilja Keller, Geschäftsführer des Projektentwicklers Ten Brinke, beim Richtfest mit Gästen aus Verwaltung Politik und Wirtschaft am Donnerstagmittag, darunter Oberbürgermeister Ashok Sridharan, Stadtbaurat Helmut Wiesner, Einzelhandelsverbands-Vorsitzender Jannis Vassiliou und Bonns Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe.

Komplex ist die Baustelle in der Tat, denn gleich nebenan auf dem sogenannten Nordfeld entsteht mit „Urban Soul“ ein weiteres Großbauprojekt und gegenüber wird der Hauptbahnhof umfangreich saniert. Mehrere Wochen lang musste für die Baustellensicherung gar der Cityring an der Stelle gesperrt werden. Eine logistische Herausforderung inmitten eines wichtigen, aber doch engen Verkehrsknotenpunkts, den Busse und Bahnen sich mit dem Individual- und Radverkehr teilen müssen.

Eine Herausforderung, die bisher aber gut bewältigt wurde, weil alle Beteiligten an einem Strang zögen, betonte Sridharan in seinem Grußwort. „Alle setzen sich regelmäßig an einen Tisch, anders würde das hier auch nicht funktionieren“, sagte Sridharan. Sein Dank galt insbesondere dem Unternehmen Ten Brinke, dem es gelungen sei, 36 Teileigentümer der ehemaligen Südüberbauung – für viele eine städtebauliche Todsünde – unter einen Hut zu bringen. „Sie haben den gordischen Knoten zerschlagen, wir erhalten nun ein attraktives Eingangstor zur Innenstadt“, lobte der OB und erinnerte an die jahrelangen zähen Verhandlungen mit den Eigentümern der Südüberbauung, die nun Geschichte ist.

"Positive Entwicklung für die Stadt"

Rund 8000 Tonnen Stahl blieben nach dem spektakulären Abbruch von ihr über, erinnerte Projektleiter Moritz Tank. „Ich bin froh, dass wir so weit gekommen sind“, sagte er, „das Projekt ist mir ein Herzensanliegen“. Sicherlich habe Geld eine Rolle gespielt, um die Eigentümer zum Verkauf zu bewegen. Aber auch die Eigenschaften von Ten Brinke, vor allem die Leistungsfähigkeit des Unternehmens habe alle überzeugen können.

Eigentümer des Maximiliancenters wird die Bayerische Versorgungskammer (BVK) mit Sitz in München. Sie wird das Gebäude nach der Übergabe an die Mieter für 112 Millionen Euro erwerben. bestätigte Tank. BVK-Abteilungsleiter Paul Mair-Ludwig war eigens aus der Bayernmetropole angereist, um das Richtfest mitzufeiern. Er lobte den Rohbau und sagte mit einem Schmunzeln: „Der Bau ist ja fast staubfrei, das ist nicht selbstverständlich“. „Das Maximiliancenter sei für ihn „ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Altersversorgung, Wirtschaft und Handel“.

Mair-Ludwig fand auch für Bonn lobende Worte: „Wir sehen eine positive Entwicklung der Stadt.“ Im Januar 2019 rechnet Tank – wie geplant – mit der Fertigstellung des Untergeschosses, wo ab März Rewe, die Drogerie dm und und ein Foodcourt einziehen werden. Ab März ist Tank zufolge auch die Passage zur U-Bahn und zum Hauptbahnhof wieder offen. Die Eröffnung des Bekleidungsgeschäfts Primark im Erdgeschoss und den oberen vier Etagen ist für Herbst 2019 geplant.

Die jahrzehntelange Hängepartie um die Zukunft des Areals vor dem Hauptbahnhof endete im Sommer 2016, als der Stadtrat Ten Brinke den Zuschlag für die zusätzlich benötigten städtischen Flächen zum Bau des Maximilian-centers gab und auch den Verkauf des Nordfelds samt Bonner Loch für das Projekt „Urban Soul“ mit Geschäftshaus und Hotel sowie einem Parkhaus gegenüber an der Rabinstraße beschloss. „Ich habe stets daran geglaubt, dass das Projekt gelingen wird“, sagte CDU-Ratsfraktionsvize Georg Fenninger sichtlich stolz, der mit Rolf Beu (Grüne) und CDU-Ratsfrau Henriette Reinsberg die Politik beim Richtfest vertrat. Fenninger hatte als früherer Geschäftsführer der CDU-Ratsfraktion das Projekt eng begleitet. Für ihn sei das Neubauprojekt „ein Meilenstein für die City“, sagte der Politiker.