Bilanz Pützchens Markt

Schlussakkord beim Bonner Jahrhundert-Jahrmarkt

Mit der Polizei unterwegs auf Pützchens Markt

Mit der Polizei unterwegs auf Pützchens Markt

Beuel. Die Stadt Bonn rechnet mit mehr als 1,2 Millionen Besuchern an den fünf Kirmestagen. Erstmals wird es am Dienstag ein Schlussfeuerwerk mit Musik geben.

Der 650. Pützchens Markt wird als Jahrhundert-Jahrmarkt in die Geschichte der Kirmes eingehen – darin sind sich alle Fachleute einig. Bereits einen Tag vor dem Abschluss ließ sich Bezirksbürgermeister Guido Déus zum Satz hinreißen: „Diese Kirmes ist einfach phänomenal und kaum zu steigern.“ Diese Worte hörte die Stadt als Veranstalter gerne, allen voran Marktleiter Harald Borchert, der sich für die Dauer des Volksfestes ein Zimmer in Pützchen gemietet hatte, um im Notfall rund um die Uhr erreichbar zu sein.

Lob gab es aber auch von Déus für Polizei, Ordnungsamt und Sicherheitsdienste: „Die Besucher haben sich bislang stets sicher gefühlt. Die Polizeipräsenz auf dem Kirmesgelände hat ihre Wirkung gezeigt.“ Laut Einsatzleiter Gerd Mainzer hat es noch nie so wenige Belästigungen und Raubdelikte gegeben. Auffällig sei aber die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften, so Mainzer.

150 Platzverweise und Betretungsverbote

Die Polizei musste in den ersten vier Tagen mehrmals einschreiten, um Helfer vor aufmüpfigen Kirmesbesuchern zu schützen. Insgesamt 150 Menschen haben Platzverweise oder Betretungsverbote erhalten. Dafür wurden mehr Beamte für die Verkehrslenkung eingesetzt. Am Wochenende ist an manchen Stellen der Verkehr zusammengebrochen. „Einige Personen saßen mehr als zwei Stunden an einer Stelle fest. Nichts ging mehr“, sagte Mainzer.

Schausteller-Sprecher Peter Barth zog auch ein Zwischenfazit: „Der Sonntag war vom Umsatz her super und hat das Minus von Freitag und Samstag fast ausgeglichen. Montag und Dienstag werden auch gute Tage werden.“ Marktleiter Borchert wagte eine Prognose: „Wir werden den Rekord von 1,35 Millionen Besuchern nicht erreichen, aber 1,2 bis 1,25 Millionen Gäste sind durchaus realistisch.“ Diese Menschenmassen wollen auch mit Speisen und Getränken versorgt sein.

280 Kilo Teig für 10.000 Waffeln

Ein Tipp seit Jahren sind die Stände der Nommensen-Kirche am Holzlarer Weg. Pfarrerin Bettina Gummel hat bis zu 200 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, um den Andrang zu bewältigen. „Waffel-Chefin“ Petra Clemens hat mit Kolleginnen rund 10 000 Waffeln gebacken und dafür 280 Kilogramm Teig hergestellt. „Wir haben 3500 Eier aufgeschlagen“, so Clemens. Für den Kirmesmontag hatte sich Gummel Verstärkung geholt: Unter anderem haben Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider und Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bonn, einen Arbeitstag dem Ehrenamt gewidmet.

Eine Premiere steht auf Pützchens Markt noch aus: Am Dienstagabend wird nach 22 Uhr erstmals ein musiksynchrones Feuerwerk zum Abschluss der Jubiläumskirmes gezündet. „Das wird sicherlich so spektakulär wie bei Rhein in Flammen“, hofft Déus.