Verkehrsführung an der B9 in Bonn

Schilder am Trajektkreisel sorgen für Verwirrung

Die Beschilderung am Trajektkreisel ist bisher nur provisorisch. Die Verwaltung schlägt Schilderbrücken über den Fahrbahnen vor.

Die Beschilderung am Trajektkreisel ist bisher nur provisorisch. Die Verwaltung schlägt Schilderbrücken über den Fahrbahnen vor.

Bonn. Am Trajektkreisel an der B9 kommt es immer wieder zu Unfällen. Schuld daran soll die verwirrende Beschilderung sein. Nun suchen Politik und Verwaltung nach Lösungen.

40 Unfälle am Trajektkreisel der B 9 in einem Jahr: Das ist den Verkehrsplanern der Stadt zu viel. Sie vermuten, dass es nicht am Kreisverkehr selbst liegt, da der sich bewährt habe. Die verwirrende Beschilderung soll Schuld sein. Die Bezirksvertretung Bonn hat sich in ihrer jüngsten Sitzung allerdings dagegen ausgesprochen, die provisorischen Hinweistafeln am Straßenrand durch Schilderbrücken über den Fahrbahnen zu ersetzen. Sie vertagte das Thema, damit die Verwaltung sich eine andere Lösung überlegen kann.

Die aktuellen Schilder könnten vor allem ortsunkundige Autofahrer durcheinanderbringen: Da zeigen mehrere Pfeile nach links, rechts und geradeaus. Mit Blick auf die vierspurige Straße erscheint das vielen Autofahrern eher wie ein Buch mit sieben Siegeln – vor allem auch dann, wenn bei Dunkelheit und/oder Regen die Pfeilmarkierungen auf den einzelnen Fahrbahnen schlecht oder erst spät zu erkennen sind. Offenbar wechselt mancher hastig die Spur und achtet nicht auf die anderen Autos. Zumindest vermutet die Stadt, dass es deshalb so häufig zu Unfällen kommt.

Für eine neue Beschilderung haben die Bonner Verkehrsplaner bereits die Bezirksregierung Köln zurate gezogen. Sie sind skeptisch, dass die drei seitlich geplanten Anzeigen – zwei links und rechts in Richtung Koblenz, eine auf dem Mittelstreifen in Richtung Innenstadt – ausreichen. Das bestätigen die Kölner und schlagen in beide Fahrtrichtungen Schilderbrücken vor, die die gesamte Straße überspannen sollen. „Die Empfehlung einer möglichst verkehrssicheren Ausschilderung wird auch von der Unfallkommission unterstützt“, so die Stadt.

Mithilfe der Schilderbrücken wäre über jeder Spur eindeutig dargestellt, wohin sie führt. Die Sicherheit hat am Ende aber ihren Preis: seitliche Schilder sind für 74 000 Euro zuhaben. Die große Lösung würde hingegen 170 000 Euro kosten.

„Wir müssen uns im Klaren sein, dass das im Stadtbild, in direkter Nachbarschaft der Kunstmuseen, erheblich auffällt. Es werden ganz ordentliche Ständerbauwerke notwendig“, sagte Wolfgang Maiwaldt (CDU) in der Bezirksvertretung. „40 Unfälle im Jahr sagen erst einmal überhaupt nichts“, findet Hartwig Lohmeyer (Grüne). Man müsse genauer hinschauen, was die Ursachen gewesen seien. „Die Gefahr, dass wir uns mit extrem teuren Schilderbrücken das Stadtbild zerstören, sehe ich auch“, so Lohmeyer. „Es wird mitten in der Stadt aussehen wie auf der Autobahn“, fürchtet Hanno von Raußendorf (Linke).

Die Bezirksvertretung einigte sich schließlich, mit der Vertagung der Verwaltung Zeit zu geben, „zu gucken, wie sie das intelligent anders lösen kann“. Genannt wurden zum Beispiel Richtungspfeile auf den Fahrbahnen. Kurz vor dem Kreisel gibt es die allerdings schon.