Aufführung von Ronja Räubertochter

Schüler besuchen Probe in der Bonner Oper

Bonn. Rund 100 Schüler erlebten am Dienstagmorgen eine Probe zu „Ronja Räubertochter“ in der Bonner Oper. Marktschule, Münsterschule, eine Integrationsklasse der Realschule Beuel sowie die Verbundschule Stotzheim/Kirchheim waren vertreten.

Vor der Probe hatte Theaterpädagogin Rose Bartmer einiges zu erzählen. „Wer von euch weiß denn, was eine Oper ist?“, fragte sie. Zaghaft gingen einige Finger in die Höhe. Aber Astrid Lindgrens Geschichte von Ronja Räubertochter kannten alle. Für Kristina Völkering war der Probenbesuch des Stückes deshalb genau der richtige: „Das Stück ist eine schöne Kindergeschichte und genießt bei den Schülern große Beliebtheit“, so die Lehrerin von der Münsterschule.

Neugierig löcherten die Kinder auch Kathrin Leidig mit Fragen. Die 32-Jährige ist seit sieben Jahren an der Bonner Oper, singt die Ronja und probt sechs bis sieben Stunden pro Tag. Ob sie gut singen könne, und warum sie an der Oper sei, wollten die Schüler wissen. „Mir war früh klar, dass ich etwas auf der Bühne machen möchte“, erklärte sie und ergänzte lachend, dass sie wohl ganz gut singen könne.

Förderverein Opernfreunde Bonn

Dass die Kinder die Möglichkeit hatten, mit ihr ins Gespräch zu kommen, der Probe und später auch einem echten Auftritt zu folgen, verdanken sie zu einem Teil dem Förderverein Opernfreunde Bonn. Er sponsert im Rahmen des Projekts „Schüler in die Oper“ insgesamt 585 Karten – unter anderem für die Markt- und die Realschule Bonn-Beuel.

„Wir machen das, weil ich glaube, dass viele Eltern nicht mehr an Opern gewöhnt sind und nicht wissen, dass sie viel Spaß machen können“, sagte Ursula Hartlapp-Lindemeyer von den Opernfreunden. „Wir unterstützen gerne Klassen, wo vermutet werden kann, dass sie sonst eher nicht in die Oper gehen, beispielsweise auch die internationalen Integrationsklassen des Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises.“

Die Mittel zum Kartenkauf ziehen die Opernfreunde vor allem aus Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden. Die übrigen Klassen, die dabei waren, hatten die Karten selbst gekauft.

Der Zugang zu zeitgenössischer Musik

Bartmer lobte die Arbeit des Fördervereins: „Es muss sicherlich nicht jeder ein Opern-Fan werden. Ich finde es aber wichtig, dass die Kinder immerhin die Möglichkeit erhalten, diese Kunstform kennen und verstehen zu lernen und früh mit zeitgenössischer Musik in Kontakt zu kommen.“

Bei den Schülern kam der Opernbesuch allemal gut an: Sie lauschten interessiert den Ausführungen Bartmers und Leidigs und verfolgten gebannt die Probe.