Stadtverwaltung rechnet erneut mit Mehrkosten

Sanierung der Beethovenhalle kostet 70 Millionen Euro

Die Sanierungsarbeiten in der Beethovenhalle laufen.

Die Sanierungsarbeiten in der Beethovenhalle laufen.

Bonn. Die Sanierung der Beethovenhalle wird noch teurer als angenommen. Die Stadt erwartet nun Gesamtausgaben von mehr als 70 Millionen Euro.

Die schlechten Nachrichten aus der Beethovenhalle kommen jetzt beinahe im Wochentakt: Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wird erneut teurer als bisher angenommen. Nannte die Stadtverwaltung noch vor zwei Wochen eine Summe von rund 66 Millionen Euro, erwartet sie nun Gesamtausgaben von 70,6 Millionen Euro einschließlich Umsatzsteuer.

Zum Vergleich: Im Februar waren es 61,5 Millionen Euro. Außerdem meldet sie Probleme mit dem Architektenbüro, das die Objektplanung übernommen hat. In Rede steht jetzt eine fünfmonatige Verzögerung des Projekts. Grund für die Verteuerung seien neue Ausschreibungsergebnisse mit höheren Preisen als erwartet, teilte das Presseamt am Dienstag mit. So steigen die Kosten für Aufträge im Spezialrohbau von 6,1 auf 7,1 Millionen Euro; im Spezialtiefbau von 7,2 auf 8,4 Millionen Euro.

Weiteres Beispiel: Aufträge für Heizungen und Kältetechnik werden wohl 3,9 statt 2,5 Millionen Euro kosten. Der zuständige Stadtdirektor Wolfgang Fuchs hatte vor zwei Wochen in einem Ratsausschuss erklärt, dass die gute Auftragslage in der Baubranche derzeit zu höheren Forderungen führe. In der Gesamtsumme sind nun auch Kostenrisiken enthalten, die bisher nicht eingerechnet waren.

Massive Probleme scheint das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) mit dem Projektplaner zu haben. Die Architekten hätten plötzlich eine Verzögerung um fünf Monate bis März 2019 prognostiziert, so das Presseamt – damit käme die Stadt dem Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 gefährlich nahe. Das SGB und der beauftragte Projektsteuerer könnten diese Prognose aber nicht nachvollziehen, betonte die Stadtverwaltung.

„Wir arbeiten gemeinsam mit unserem Projektsteuerer mit Hochdruck daran, Wege aufzuzeigen, wie der beschlossene Zeitplan eingehalten werden kann“, erklärte Fuchs in einer Pressemitteilung. „Eine Ausweitung des Zeitplanes darf in Hinblick auf das Beethovenjubiläum nach meinem Verständnis nur als ultima ratio und nach politischer Diskussion erfolgen.“ Die Stadt halte am Ziel fest, bis November 2018 fertig zu werden. Die Verwaltung prüft außerdem gemeinsam mit einer Bonner Anwaltskanzlei rechtliche Schritte gegen das beauftragte Architektenbüro. Fuchs betonte, die Stadt werde nach möglichen Einsparvorschlägen suchen, um die Gesamtkosten der Sanierung zu reduzieren.