Auszeichnung von Universität Bonn

Renommierter Preis für junge Mathematikerin

Preisträgerin Andrea Cremer (2. von links) mit Institutsleiter Marc Alexander Schweitzer (rechts) sowie Christian Rieger und Ira Neitzel, Mitglieder der Bewertungskommission.

Preisträgerin Andrea Cremer (2. von links) mit Institutsleiter Marc Alexander Schweitzer (rechts) sowie Christian Rieger und Ira Neitzel, Mitglieder der Bewertungskommission.

Bonn. Für ihre Bachelor-Arbeit erhielt Andrea Cremer am Donnerstag den „Ada Lovelace Preis für Mathematikerinnen“. Die 22-Jährige kommt aus Bornheim und hat ihre Arbeit an der Universität Bonn vorgelegt.

Für ihre Bachelor-Arbeit mit dem Titel „Maschinelles Lernen und adaptive Methoden für Differentialgleichungen“ erhielt Andrea Cremer am Donnerstag den „Ada Lovelace Preis für Mathematikerinnen“. Dieser Preis wird seit 2010 einmal jährlich vom Institut für Numerische Simulation der Universität Bonn vergeben.

Dieses Teilgebiet der Mathematik befasst sich mit Möglichkeiten, über präzise Handlungsanweisungen (Algorithmen) mathematische Probleme zu lösen. Namenspatronin des Preises ist die britische Mathematikerin Ada Lovelace (1815-1852). Bei der Preisvergabe werden Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen berücksichtigt. Das Preisgeld reicht von 500 Euro für die beste Bachelorarbeit über 1000 Euro für die beste Masterarbeit bis 2000 Euro für die beste Dissertation.

Die 22-jährige Andrea Cremer kommt aus Bornheim und hat nach dem achten Semester ihre Arbeit vorgelegt. „Viele Naturwissenschaften sind immer noch eine Männerdomäne. Und da Ada Lovelace eine Frau war, werden Frauen mit ihrem Preis gefördert,“ erklärte sie. Cremer hat in ihrer Arbeit untersucht, wie man verschiedene Verfahren des maschinellen Lernens bei der numerischen Lösung von Differentialgleichungen verwenden kann.

Privatdozent Christian Rieger lobte in seiner Laudatio die Hartnäckigkeit, mit der Cremer ihre Arbeit verfolgt hat. „Sie hat sich von negativen Zwischenergebnissen nicht frustrieren lassen, sondern mit Kreativität und Ausdauer weitergemacht.“ Ihre Methodik und die Schritte in ihrer Arbeit seien ihm in der Literatur bisher nicht begegnet. „Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit ist dies ein beachtlicher Erfolg“, lobte er.

Ada Lovelace war die Tochter des englischen Dichters Lord Byron. Sie erhielt eine naturwissenschaftliche Ausbildung und war von Maschinen fasziniert. Sie hatte die Vision von einer „Analytical Engine“, einer Maschine, die Musiknoten, Buchstaben und Bilder verarbeiten kann. Gut 100 Jahre, bevor Konrad Zuse die erste programmierbare Rechenmaschine konstruierte, schrieb Ada Lovelace in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts das erste Computerprogramm der Welt.