Vandalismus in der Mainacht in Bonn

Randalierer versenken Bierwagen im Rheinausee

Bonn. In der Nacht zum ersten Mai tobten sich Unbekannte in der Rheinaue aus. Dort standen schon die Bierwagen für Rhein in Flammen. Die Veranstalter sind sauer.

Wenn an diesem Freitag um 16 Uhr auf der Blumenwiese das erste Konzert von Rhein in Flammen startet, hat die Bonner Feuerwehr ihren ersten Einsatz in der Rheinaue längst hinter sich. Unbekannte hatten in der Nacht zum 1. Mai einen Bierwagen im Rheinauensee versenkt, und der konnte nur mit einem schweren Kran aus dem Wasser gezogen werden. In einem weiteren Getränkewagen wurde der Inhalt eines Feuerlöschers versprüht.

Der Vorfall gibt der Polizei, die wegen Sachbeschädigung ermittelt, bislang noch Rätsel auf. Was passiert ist, lässt sich laut Polizeisprecher Frank Piontek indes gut rekonstruieren: „Unbekannte lösten die Bremsen der Wagen und schoben einen in Richtung Ententeich.“ In Hanglage nahm der Anhänger Fahrt auf und rollte ins etwa anderthalb Meter tiefe Wasser. Im anderen Ausschankwagen sprühten der oder die Täter mit einem Feuerlöscher um sich. In das Pulver schrieben sie mit den Fingern „187“ – der Name einer Hamburger Hip-Hop-Gruppe.

Obwohl der Wagen nur etwa fünf Meter vom Ufer entfernt im Wasser stand, mussten Feuerwehrleute ihn am Mittwochnachmittag aufwendig bergen. Mit einer Seilwinde zogen sie den versunkenen Anhänger zunächst an die Uferkante. Danach legten die Wehrleute Schlingen um den weißen Hänger, um ihn mit einem Kran wieder auf die Wiese heben zu können. Nach anderthalb Stunden stand der Wagen wieder auf dem Trockenen.

Nach der Tat war Jürgen Harder, der den Aufbau für Rhein in Flammen als für die Musik Verantwortlicher begleitet, fassungslos. Er wurde von der Nachtwache alarmiert, als diese zwischen drei und vier Uhr mehrere Täter weglaufen sah. Doch da war es schon passiert. Einer der Bierwagen, die für Rhein in Flammen am kommenden Wochenende aufgestellt waren, lag im See. Ein zweiter ist mit einem Feuerlöscher vollgesprüht worden. Harder hatte am Mittwochmorgen Fotos auf Facebook veröffentlicht. Die Polizei geht insgesamt von einem Sachschaden im fünfstelligen Bereich aus.

Die Nachtwache habe zuerst einige Täter verscheucht, die am Rosengarten, also ein gutes Stück entfernt, Zäune umgeworfen hatten. Kurz darauf landete der Bierwagen im Wasser. Harder sagt: "Wir können leider nicht überall sein. Ich bin normalerweise auch während des Aufbaus hier, aber in der Nacht nicht."

Harder hatte am Mittwochmorgen Fotos auf Facebook veröffentlicht, das Echo der Nutzer war daraufhin groß. Die Polizei geht insgesamt von einem Sachschaden im fünfstelligen Bereich aus. „Wir haben nun neue Bierwagen besorgt, die beschädigten können wir für Rhein in Flammen vorerst nicht nutzen“, so Harder. Die Stadt Bonn hat keine Schäden am Ententeich und im Uferbereich feststellen können, wie Stefanie Zießnitz vom Presseamt erläutert. Der rollende Bierwagen hat lediglich Spuren auf der Wiese hinterlassen.

Nun bitten sowohl Jürgen Harder als auch die Bonner Polizei Augenzeugen, sich unter 0228/150 zu melden. Harder ist sauer und nimmt in seiner Wut kein Blatt vor den Mund. In seinem öffentlichen Facebook-Aufruf schreibt er: „Sollte jemand Hinweise hierzu geben können, würde ich mich das richtig was kosten lassen, die Idioten dafür hochzunehmen.“ Allerdings ist die Tat für ihn jetzt auch „Schnee von gestern“. Er konzentriere sich auf die Organisation der Veranstaltung – und nicht auf in den See gestoßene Bierwagen. „Das Leben und Rhein in Flammen gehen weiter.“

Eine Spur zu den Tätern könnten die Ziffern "187" sein, die offenbar die Täter mit ihren Fingern in das Pulver aus dem Feuerlöscher geschrieben haben. Laut Harder stehen diese sowohl für eine Musikgruppe aus Hamburg, als auch in den USA für eine Morddrohung.